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8. März - Internationaler Frauentag

Wir haben allen Grund, den Internationalen Frauentag heute zu feiern. Denn es war ein langer steiniger Weg schon für viele Frauen vor uns, die für eine gerechtere Gesellschaft gekämpft haben. Auch viele Männer unterstützen unsere Forderungen – und trotzdem ist dieser Kampf leider noch lange nicht gewonnen.

In der Zeit des Nationalsozialismus war der internationale Frauentag sogar verboten, an seiner Stelle wurde der Muttertag eingeführt.

Der Internationale Frauentag fordert auf zu bedenken, dass Gleichberechtigung und Chancengleichheit nicht selbstverständlich sind. Auch wenn die Tradition des Frauentages bereits auf die vorvergangene Jahrhundertwende zurückgeht, sein Zweck, die Forderung nach Gleichstellung in den Blickpunkt zu rücken, ist heute noch genauso wichtig wie damals.

Veraltete Frauenbilder zu verbreiten, ist wieder gesellschaftsfähig geworden – hart erkämpfte Rechte werden wieder in Frage gestellt.

Rückschritte akzeptieren wir keinesfalls! Wir fordern, dass alle Menschen, egal welchen Geschlechts, egal welcher Hautfarbe und egal welcher sexuellen Orientierung, ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben führen können. Und das in einer Gesellschaft, in der Gleichberechtigung und Chancengleichheit selbstverständlich sind. Wir wollen nicht permanent darauf hinweisen müssen, dass das alles noch immer nicht der Fall ist.

In Berlin haben alle am Internationalen Frauentag frei!

Feiern wir den Internationalen Feiertag gemeinsam und denken wird darüber nach, was wir für uns selbst, unsere Kinder, Familien und unsere Freunde wollen – und vor allem: in welcher Gesellschaft wir leben möchten.

Selbstverständlich oder hart erstritten?

1918:   Einführung des Allgemeinen Frauenwahlrechts

1975:   Familienrechstreform

       - Mann nicht mehr Haushaltsvorstand

       - Frauen dürfen ohne Erlaubnis des Mannes einen Beruf ausüben

       - Frauen dürfen über den Wohnsitz mitentscheiden

1976:   Scheidungsreform

1978:   Straffreier Schwangerschaftsabbruch (§144): Fristenlösung

1979:   Gleichbehandlungsgesetz

1989:   Wegweiserecht

1990:   Johanna Dohnal wird 1. Frauenministerin Österreichs

1997:   Gewaltschutzgesetz

1998:   Gleichstellung der Geschlechter in der Verfassung

2004:   Vergewaltigung in der Ehe oder Lebensgemeinschaft gilt

             uneingeschränkt als Offizialdelikt

 

Regina Müller
Frauenvorsitzende der Hauptgruppe 1