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8. März - Internationaler Frauentag

Vieles erreicht – vieles noch nicht erreicht

8. März - Internationaler Frauentag

 

Es waren engagierte Arbeiterinnen, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert den internationalen Frauentag einführten, um auf den Kampf der Frauen für die gleiche Teilhabe in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.

 

Vieles erreicht – vieles noch nicht erreicht & vieles wird wieder in Frage gestellt

 

Der internationale Frauentag ist heute genauso notwendig wie damals. Denn wenn die jetzige Bundesregierung den 12-Stunden Tag generell wieder einführen will, wird es gerade für Frauen fast unmöglich eine Vollzeitstelle anzunehmen. Nicht nur, weil es österreichweit keine Kinderbetreuungseinrichtungen mit entsprechenden Öffnungszeiten gibt, sondern vor allem, weil der Tag nur 24 Stunden hat. Wer Glück hat braucht nur je eine Stunde Wegzeit, um zur Arbeit und danach wieder nach Hause zu kommen - wo dann die täglichen häuslichen Pflichten warten. Die geplante Ausweitung der Zumutbarkeitsgrenze auf zwei Stunden pro Wegzeit zum Arbeitsplatz lässt aber nichts Gutes erahnen.

 

Wenn eine Partei außerdem vom „Brutpflegetrieb“ und von „naturgegebenen Rollenbildern“ redet, wenn nach einer Regierungsbildung das Frauenministerium als „Kanzleramtsministerium für Frauen, Familie und Jugend“ geführt wird, sollten wir zwei Mal hinsehen, was damit bezweckt wird.

 

Eine zentrale Forderung des Frauenvolksbegehrens 1997 war, „die Gleichstellung von Frauen und Männern im Bundesverfassungsgesetz zu verankern. Die Republik Österreich verpflichtet sich damit zum aktiven Abbau der Benachteiligung von Frauen.“

 

Das Verbot des internationalen Frauentags zwischen 1933 bis 1945 ist ein Grund mehr uns daran zu erinnern, dass Gleichberechtigung und Chancengleichheit nicht selbstverständlich sind. GewerkschafterInnen haben vieles mühevoll erkämpft und erstritten. Setzen wir das nicht aufs Spiel - verteidigen wir das Erreichte und entwickeln wir es gemeinsam weiter.

 

Das Frauenvolksbegehren kann noch bis zum 12. März unterstützt werden. Dieser Appell richtet sich auch an die Männer! Fordern wir gemeinsam Gleichberechtigung und Chancengleichheit.

 

Regina Müller

Frauenvorsitzende der HG 1

regina.mueller(at)wien.gv.at