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Gelungener Einsatz für „unsichtbare“ Kollegen

Der Job der Kanalarbeiter ist schwer, aber um ihre Anerkennung als Schwerarbeiter musste die Gewerkschaft jahrelang kämpfen. Jetzt hatte sie Erfolg – nach ungezählten zähen Verhandlungsrunden.

Harte Arbeit in engen Rohren Foto: ©Wien Kanal

Den Antrag zur Aufnahme "seiner" Kanalarbeiter in die (Nacht-)Schwerarbeitsliste hat deren damaliger Dienststellenausschussvorsitzender Andreas Langer am Gewerkschaftskongress 2014 gestellt. Damit begann ein unglaublich mühsamer Weg mit vielen Verhandlungen, Recherchen und Überzeugungsarbeit. 

Überzeugungsarbeit zu leisten ist mühsam 

Anfang Oktober 2015 gabs die erste Verhandlung mit den Sozialversicherungsträgern. Dabei schätzte einer der beiden zuständigen Sachgutachter den Energieverbrauch eines Kanalarbeiters mit 1.850 kcal/achtstündiger Arbeitszeit ein. Als Schwerarbeit gilt aber erst eine Belastung ab 2.000 kcal. Deshalb hat Andreas Langer den Sachverständigen zum Lokalaugenschein in den Orkus der Stadt eingeladen, somit ein Aha-Erlebnis und schlussendlich ein neues Gutachten ausgelöst. 

Davor standen intensive Recherche- und Dokumentationsarbeiten durch den Vorsitzenden Helmuth Laschke gemeinsam mit Johann Wanek. In einem neuen Gutachten wurde nun der Kalorienverbrauch für Kanalarbeiter mit überwiegend manueller Kanalreinigungstätigkeit mit 2.328 kcal und ohne monatliche Frequenzvorgabe ermittelt. 

Kanalarbeiter mit überwiegend manueller Kanalreinigungstätigkeit 

Im April 2017 fand die nächste Verhandlungsrunde mit den Sozialversicherungsträgern statt. Mit Unterstützung durch ÖGB-Rechtsexpertin Dinah Djalinous- Glatz und younion-Rechtsbereichsleiter Michael Rowina konnte der Vorsitzende von Wien Kanal das Gremium endgültig davon überzeugen, dass Kanalarbeit sehr wohl Schwerarbeit ist. In einem gesetzlichen Durchrechnungszeitraum von 20 Jahren werden die erforderlichen 120 Monate Schwerarbeit auf jeden Fall erreicht. Dies schaffen alle Mitarbeiter von Wien Kanal. 

Endgültig festgeschrieben ist jetzt der "Kanalarbeiter mit überwiegend manueller Kanalreinigungstätigkeit" in der Liste der Schwerarbeiter.

helmuth.laschke@wien.gv.at