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„Anpacken statt herumjammern“

Was Heinz Altenburger dazu bewogen hat, eine neue SPÖ-Sektion im 1. Bezirk zu gründen, und warum diese so erfolgreich ist, erzählt er im teamwork-Interview.

Heinz Altenburger, Vorsitzender des Dienststellenausschusses 122 – Wiener Berufsfeuerwehr und der „Betriebssektion Berufsfeuerwehr Wien und FreundInnen“ ©Privat

Wie bist du auf die Idee gekommen, die SPÖ-"Betriebssektion Berufsfeuerwehr Wien und FreundInnen" ins Leben zu rufen?

Die Entwicklung der SPÖ ist besorgniserregend. Die Mitgliederzahl schrumpft stetig, das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt bei 61,5 Jahren, in Hietzing, Döbling und Liesing bei 65 Jahren. Ich habe außerdem den Eindruck, dass die Parteispitze den Kontakt zur Basis verloren hat und nicht geschlossen auftritt. Es gibt in den Parteistatuten auch viel zu wenig Anreize für Funktionärinnen und Funktionäre, sich deutlich mehr zu engagieren.

Was meinst du damit?

Personen werden heute aufgrund von Funktionen, die sie bekleiden, zum Landesparteitag delegiert, unabhängig davon, ob sie sich für die Partei engagieren oder nicht, ob sie beispielsweise Mitglieder werben oder nicht. Es gibt keinen gesunden Wettbewerb zwischen den Sektionen. Das tut der Partei nicht gut.

Was sollte sich ändern?

Wir wollen, dass die Partei-Statuten überarbeitet werden und persönliches Engagement viel stärker gefördert wird. Die Partei muss sich von innen erneuern. Jammern hilft uns nicht weiter, wir müssen anpacken!

Deine Sektion ist die größte in Wien. Wie viele Mitglieder habt ihr?

Wir haben derzeit rund 600 Mitglieder: Rund 450 sind neu, der Rest ist aus anderen Sektionen zu uns gewechselt. Unsere Sektion hat ein Durchschnittsalter von knapp über 40 Jahren.

Warum sind so viele zu euch gewechselt?

Fast keiner der zu uns gewechselten Mitglieder hatte noch irgendeinen Kontakt zur Partei, weder zu seiner Bezirksorganisation noch zu seiner Sektion. Die meisten wussten nicht einmal, wo sie dazu gehören. So sollte es nicht sein.

Wie ist es dir gelungen, so viele neue Mitglieder in nur fünf Monaten zuwerben?

Ausschließlich durch Mundpropaganda.Ich bin weder auf Facebook noch auf Twitter. Ich kenne jedes Mitglied persönlich. Alle haben meine Handynummer. Wenn jemand etwas braucht, dann rufter oder ruft sie mich einfach an.

Was sind deine politischen Ziele?

Es geht uns ganz stark um Solidaritätund sozialen Ausgleich. Für mich ist das Leben in der Feuerwehr ein Modellvon einer solidarischen Gesellschaft. Wenn von uns jemandem etwas passiert, dann rücken wir zusammen und helfen einander. Und so sollte es auch im Großen sein.

Denkst du, dass die Gründung deinerSektion auch ein Ansporn sein kann, dass in anderen Betrieben Sektionengegründetwerden?

Ich hoffe es sehr. Ich bin überzeugt, dass sich unsere Partei nur über die Gewerkschaften und in den Betrieben von der Basis her erneuern wird können. Wer eine Sektion gründen möchte, dem oder der kann ich gerne Tipps geben.

teamwork(at)fsg-hg1.at

Nächste offene Sektionssitzung:

4. April, 18 Uhr, Wirtshaus Zattl,

Freyung 6, 1010 Wien

Gast: Dr. Michael Ludwig, Landesparteivorsitzender der SPÖ Wien;

Interessierte sind ganz herzlich willkommen!

Kontakt & weitere Informationen: info(at)betriebssektion.org