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Arbeit 4.0 trifft Frauen hart: Dreifache Belastung

Das Verschwimmen von Arbeitszeit und Freizeit der digitalen Gesellschaft war das Thema des ÖGB-Bundesfrauenkongresses.

Bundesfrauenvorsitzende und Vizepräsidentin des ÖGB Korinna Schuhmann

„Die Digitalisierung – ein globales, technisches Phänomen – ist in der Arbeitswelt seit Jahrzehnten bekannt. Was jedoch neu ist, ist die enorme Geschwindigkeit, das enorme Tempo, mit der Digitalisierung derzeit stattfindet“ stellte EU-Abgeordnete Evelyn Regner gleich zu Beginn fest. Davon besonders betroffen seien „vor allem frauendominierte Branchen, wie der Dienstleistungssektor, der Handel oder das Bankwesen.“

 

Doppelbelastung steigt weiter

Die mit der Digitalisierung einhergehenden Risiken betreffen Frauen besonders. Denn flexibles Arbeiten bedeutet für Frauen mit Familienpflichten vor allem eines: mehr Stress. „Wer ständig erreichbar ist, kann nicht mehr abschalten. Und wenn daneben noch die Kinder, der Haushalt und zu pflegende Angehörige warten, sind wir mitten drinnen in der Dreifachbelastung der Arbeit 4.0.“

 

Umso wichtiger ist es, dass wir Veränderungen mitgestalten und den Fokus auf die ungleiche Verteilung von Arbeit und Einkommen richten. Solange die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesellschaftlich noch immer in der Verantwortung der Frauen gesehen wird, die erkämpften Rechte der Frauen wieder in Frage gestellt werden, liegt noch viel Arbeit vor uns. Denn das von der Regierung festgelegte Budget für Frauenpolitik ist mehr als eng bemessen: zehn Millionen Euro. Klingt viel, ist es aber nicht. Österreich hat etwas mehr als acht Millionen Einwohner, davon sind rund die Hälfte Frauen: das bedeutet knappe 2 Euro pro Frau. 

 

Neue Frauenvorsitzende Korinna Schuhmann

Mit Korinna Schuhmann, der neu gewählten ÖGB Bundesfrauenvorsitzenden sowie neuen Vizepräsidentin des ÖGB, und ihrem Team stehen wieder starke Frauen an der Spitze, um den Kampf dagegen, dass das Geschlecht über den Lebensentwurf von Menschen entscheidet, fort zu führen. Für uns Gewerkschafterinnen ist und bleibt es von zentraler Bedeutung, dass sich Beruf und Familie vereinbaren lassen und der soziale Wohlstand beiden Geschlechtern gleichermaßen zugute kommt.

 

regina.müller(at)wien.gv.at