News Archiv Beiträge 

"Die Rucki-Zucki-Sozialarbeit"

Querraunzer

Wo Schoko draufsteht, sollte auch Schoko drin sein. Und wenn ich zum Zahnarzt gehe, dann will ich nur einen Ausgebil­deten haben. Nur ein solcher darf in meinem Mund herumstöbern und bohren. Bei den SozialarbeiterInnen ist es aber anders. Ich kann mich SozialarbeiterIn nennen. Und du kannst das auch. Egal, was ich gelernt habe. Egal, was ich kann. Egal, wie ich arbeite. Auf meiner Visitenkarte und meiner Türtafel darf „SozialarbeiterIn“ stehen.

Alles ohne Konsequenzen. Wie kann das sein? Ganz einfach: Weil dieser Berufstitel nicht geschützt ist. Es ist nicht geregelt, was man können muss, um ein Sozialarbeiter zu sein. Ganz und gar nicht zeitgemäß also!

Das haben nun einige ExpertInnen erkannt und – auf gut österreichisch – einen Arbeitskreis gebildet. Mit dem hehren Ziel: ein Berufsgesetz zu entwickeln, das endlich definiert, was Sozialarbeit eigentlich ist. „Sozialarbeit ist eine akademische, qualitätsvolle Ausbildung, die dementsprechend entlohnt werden muss“, sagen die einen. „Ein unakademischer Rucki-zucki-Spezialkurs tut’s auch“, meinen Unbedarfte. „Das kommt uns allen viel billiger! Und schneller geht’s auch!“

Viele Arbeitskreis-Mitglieder fragen sich nun: Was ist los? Wird Qualität überbewertet? Der mächtige FSW-Chef Peter Hacker mag nicht mehr mitmachen – im Arbeitskreis. Lieber Herr Hacker, wir wollen nicht, dass akademische Ausbildungsstätten für Sozialberufe zugesperrt werden. Gute (Aus-)Bildung ist ein Spiegel der Gesellschaft und muss uns etwas wert sein. Wir wollen nicht von einem Wifi-Zahnarzt mit zweisemestriger Ausbildung im 2. Bildungsweg behandelt werden! Autsch!