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Diensterleichterung bei schwerer Erkrankung

Auf Initiative der HG1 in Wien umgesetzt!

Die Möglichkeit von Teilzeitarbeit bei schwerer Erkrankung ist derzeit in Österreich ein großes Thema. Die Krebshilfe und viele andere Organisationen im Gesundheit- und Sozialbereich drängen schon sehr lange auf eine Art Krankenteilzeit. In den Medien und von ExpertInnen werden dabei meist Modelle von nordischen Ländern, wie Schweden, Norwegen und Dänemark, und der Schweiz lautstark gepriesen.

Dabei wird auf Wien völlig vergessen!

Die Stadt Wien hat - auf Initiative der HG1 - in der Dienstrechts-Novelle 2013 (LGBl. Nr. 49/2013) erstmals die Möglichkeit geschaffen, die Arbeitszeit zu reduzieren, wenn dies eine Arbeitsmedizinerin bzw. ein Arbeitsmediziner empfiehlt. Ziel ist es, dass der Betroffene/die Betroffene schrittweise – rasch und unbürokratisch – an die volle Arbeitsfähigkeit wieder herangeführt wird. Das Verfahren zur Prüfung, ob eine Diensterleichterung in Frage kommt, geht von dem/der Betroffenen aus. Er/sie wendet sich formlos (z. B. telefonisch oder per E-Mail) an die Personalstelle bzw. Personalabteilung ihrer bzw. seiner Dienststelle. Ihre Gewährung hängt davon ab, ob wichtige dienstliche Interessen entgegenstehen. Das entscheidet die Dienststellenleitung.

Diensterleichterungen können ab einer Krankenstandsdauer von mehr als 50 Kalendertagen gewährt werden. Dabei muss ein Krankenstand nicht ununterbrochen 50 Kalendertage dauern. Liegen zwischen zwei Krankenständen Zeiten eines Erholungsurlaubes oder Zeiten erbrachter Dienstleistungen im Ausmaß von weniger als vier zusammenhängenden Wochen, sind diese Krankenstandszeiten zusammenzurechnen (§ 26 Abs. 9 DO 1994 bzw. § 11 Abs. 9 VBO 1995).

Ist die gesundheitliche Schädigung dauerhaft, können Diensterleichterungen den Zweck der Erlangung voller Einsetzbarkeit nicht erfüllen. Die bzw. der Bedienstete ist dennoch nur im Rahmen ihrer bzw. seiner physischen und psychischen Verwendbarkeit einzusetzen.

Detaillierte Informationen zur Diensterleichterung bei Erkrankungen finden Sie im Intranet: http://www.intern.magwien.gv.at/ma01/de/index.html

Das Wiener Modell der Diensterleichterung bei Erkrankung ist zweifellos eine klassische Win-Win-Situation für alle Beteiligten - zum Vorteil der Dienstgeberin und der/des Betroffenen. Wenn sich die Sozialpartner und das Sozialministerium im Herbst zusammensetzen, sollten sie auf jeden Fall auch unser Wiener Modell berücksichtigen. Wie sagte schon Johann Wolfgang von Goethe: „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“