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Einkommensschere schließen!

Magistrat: Lohnunterschied beträgt 10,4%

 

 

 

"Die Einkommensschere schließen!" Das ist eine stete Forderung der
Frauen. Wie wichtig es ist, immer wieder auf diese Ungerechtigkeit
aufmerksam zu machen, zeigt der Einkommensbericht der Wiener
Stadtverwaltung, der am 2. Oktober veröffentlicht wurde. Er besagt,
dass Beamte um 10,4 Prozent mehr verdienen als Beamtinnen. Der Anteil
von Teilzeitkräften wird hier nicht schlagend, da Daten von Personen
ausgewertet wurden, die im Jahr 2011 vollbeschäftigt waren. Männer
haben es einfacher über ihre Netzwerke in Führungspostionen zu kommen,
Frauen hingegen sind nach wie vor in den Führungspositionen innerhalb
der Stadt unterrepräsentiert.

In den meisten Bereichen der Gesellschaft sind gleiche Chancen für
Frauen nicht selbstverständlich. Die Gewerkschaften sind
Vorreiterinnen, wenn es um Frauenrechte geht. Sie haben die
Novellierung des Gleichbehandlungsgesetzes gefordert, in der die
Einkommenstransparenz gesetzlich festgelegt wurde. Gesellschaftliche
Rahmenbedingungen müssen aus Sicht der Gewerkschaften so gestaltet
werden, dass Frauen  gleiche Chancen und ein eigenes ausreichendes
Einkommen haben, das sie nicht in eine ökonomische Abhängigkeit
treibt!

Dass in Sachen Gleichbehandlung noch viel zu tun ist, zeigt der Equal
Pay Day, der in Wien am 19.10.2012 stattfindet. Das ist jener Tag, an
dem die Männer bereits das Einkommen erreicht haben, für das Frauen
noch bis Jahresende (31.12.2012) arbeiten müssen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist leider noch immer
überwiegend ein "Frauenthema". Die Politik setzt zwar Maßnahmen zur
partnerschaftlichen Aufteilung in der Familie, diese haben jedoch noch
nicht den durchschlagenden Erfolg erzielt. Klar ist: Veränderungen
brauchen Zeit! Das steigende Interesse der Väter in Elternkarenz zu
gehen und sich aktiv an der Kinderbetreuung zu beteiligen, zeigt, dass
eingefahrene Rollenbilder aufgebrochen werden können. Wir arbeiten
daran!

(Regina Müller)