News Archiv Beiträge 

Eltern sein: Wenn einfach alles zu viel wird

Eltern müssen funktionieren. Zu Hause bei den Kleinen, bei der Haushaltsführung, am Arbeitsplatz – und beim Zusammenleben. Das Geheimrezept heißt privates Zeitfenster. Damit es allen gut geht.

©Shutterstock

Mama ist jeden Abend früher müde und geschafft. Zwei Kinder, Haushalt und Job unter einen Hut zu bringen, ist sehr schwierig und erfordert viel Energie. Alle wollen etwas von Mama. Sie muss funktionieren. Alle verlassen sich darauf, dass alles gut organisiert und gemanagt ist.

Das Frühstück ist gemacht, die Kinder sind jeden Tag pünktlich fertig, um von Papa in den Kindergarten und in die Schule gebracht zu werden, die Jausenbrote sind geschmiert, der Tag organisiert und dann schnell ab ins Büro. Dort verwandelt sich Mama in eine umsichtige Mitarbeiterin eines kleinen Betriebs und stellt sich den Anforderungen ihres beruflichen Alltags. Zu Mittag schnell wieder die Kinder abholen, einkaufen, ein flotter Imbiss im Vorübergehen und ab nach Hause.

Hundemüde, einschlafen beim Fernsehen

Dort muss Mama wieder nach den Hausaufgaben des Älteren schauen, und natürlich fordert der Jüngere seine Spieleinheiten mit seiner Mutter ein. Nebenbei wird der Einkauf erledigt, das Abendessen zubereitet und der Tisch gedeckt. Wenn Papa nach seinem anstrengenden Tag und wieder ein paar Überstunden nach Hause kommt, ist auch er geschafft. Aber wenn die Kinder ihn begrüßen, muss er einfach noch mit seinen Kleinen spielen und herumtollen - er hat ja ohnehin so wenig Zeit für sie.

Hundemüde fallen Mama und Papa, nachdem sie die Kinder gewaschen, umgezogen und zu Bett gebracht haben, auf die Couch. Während der ersten halben Stunde der Hauptabendserie im Fernsehen fallen ihnen die Augen zu ... Eltern müssen funktionieren. Zu Hause bei den Kleinen, bei der Haushaltsführung, am Arbeitsplatz - und beim Zusammenleben. Das Geheimrezept heißt privates Zeitfenster. Damit es allen gut geht.

Jeder Mensch hat seine Grenzen

Eltern haben einen verdammt harten Job. Viele Anforderungen von verschiedenen Seiten prasseln auf sie herein. Bei aller Liebe zu Partner und Kindern kann es dabei immer wieder zu Überforderungssituationen kommen, die bis hin zu Überlastungssymptomen ähnlich eines Burn-outs führen können.

Rechtzeitiges Gegensteuern wäre notwendig. Sich einzugestehen, dass man seine Grenzen hat. Diese wahrzunehmen, zu respektieren und nicht "einfach irgendwie weiterwurschteln", weil es vermeintlich nicht anders geht.

Einmal wöchentlich ein Zeitfenster schaffen

Wenn es Ihnen gut geht, geht es auch Ihrer Familie gut. Damit es Ihnen auch in herausfordernden Zeiten gut gehen kann, braucht es Unterstützung innerhalb und außerhalb der Familie. Unterstützung, damit Sie sich Freiräume schaffen können, um Ihre Akkus wieder aufladen zu können. Wenn Sie es schaffen, einmal pro Woche ein Zeitfenster von zwei bis drei Stunden ohne Partner und Kinder mit Dingen zu füllen, die Ihnen Spaß machen und Kraft geben, sind Sie auf dem richtigen Weg.

Denken Sie einfach an die Zeit vor den Kindern zurück! Was hat Ihnen da in der Freizeit Spaß gemacht? Sich mit Freunden zu treffen, ins Fitnessstudio zu gehen, ins Kino, ins Theater? Alles Dinge, die Ihnen wieder die Kraft geben, um den Alltag bewältigen zu können. Wenn Ihr Partner merkt, dass Ihnen diese Auszeiten gut tun und sie dadurch wieder etwas ruhiger und ausgeglichener sind, wird er Sie sicherlich dabei unterstützen und diesen einen Abend in der Woche alleine die Kinder versorgen. Vertrauen Sie ihm - er kann das! Er macht es nur etwas anders, auf seine Art.

felix.steiner(at)wien.gv.at