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Es braucht einen Doppelsieg!

Besoldungsreform als Win-Win-Situation

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: ein gewerkschaftlicher Glaubenssatz. Klingt gut; ist auch gut – doch in der Stadtverwaltung zurzeit ganz und gar nicht Realität. Die Art und Weise unserer Besoldung hängt nahezu ausschließlich von unserer Schulbildung ab und kaum von den Anforderungen der täglichen Arbeit. Von Beginn an werden die KollegInnen penibel in ein geordnetes Schema gepresst. Dort bleiben sie dann, eingekastelt. Ihre Karriere: weitgehend vorgegeben. Die Gehaltssprünge: transparent in der Tabelle nachlesbar. Die Stufen: fast ausschließlich eine Alterserscheinung.

Doch das Schlimmste: Wer überdurchschnittlich viel unter schwierigsten Bedingungen leistet, bekommt deswegen auch nicht mehr bezahlt. Ob ich nun in einem ruhigen Büro oder am Schalter im Servicecenter sitze, ist ein gravierender Unterschied! Schimpfen, brüllen, drohen: Jeden Tag mit aufgebrachten KundInnen zu tun zu haben, das ist schon sehr fordernd. Viel Risiko, viel Stress, viel Ärger. „Warum tue ich mir das an?“ „Um dieses Geld?“

Vor allem die Jungen, für die der Verlauf der Gehaltskurve echt „der Hammer“ ist: Die Einstiegsgehälter sind in manchen Berufsgruppen schlichtweg eine Katastrophe. Hinten und vorne fehlt es den KollegInnen an Geld – für die Wohnung, die Kinder, den Urlaub.

Erst wenn die grauen Haare sprießen und die Brille dicker wird, verdient man halbwegs gut. Ich frage mich: Sind das die großen Strategien im Kampf um die besten Köpfe? Wohl kaum. Ja, es ist Zeit für eine Veränderung, Zeit für eine Besoldungsreform! Erste Gespräche zwischen Dienstgeberin und Gewerkschaft gab es ja bereits. Der Tenor in aller Kürze: Am Verlauf der Lohnkurve müssen wir arbeiten (logisch!), den im Dienst stehenden KollegInnen darf überhaupt nichts weggenommen werden (noch logischer!), und das bestehende System muss sogar noch weiterentwickelt werden. Das Ziel einer derartigen Reform muss eine Win-win-Situation sein: für die Arbeitgeberin und die ArbeitnehmerInnen. Ein klarer Doppelsieg eben.

Wendelin