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Frauen: Was die Statistik nicht sagt

Frauen verzichten oft auf die eigene Karriere

Frauen sind daher leider noch immer jene, die sich laut Statistik noch immer in schlechter bezahlten Berufen und öfter Teilzeit arbeiten und noch immer viel seltener in Führungspositionen sind.

Sie werden oft auch schlechter bezahlt als Männer, bei gleicher Arbeit. Frauen verdienen insgesamt um 10,4 Prozent weniger als Männer. Die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern ist, wie Personalstadträtin Sandra Frauenberger kürzlich wieder deutlich machte, einfach zu weit geöffnet, weil Männer höherwertige und Leitungsfunktionen besetzen, zu denen Frauen weniger aus rechtlichen sondern aus persönlichen und familiären Gründen keinen Zugang haben.

Vielen Frauen ist Familie wichtiger = Einkommensbremse

Im Gespräch mit Frauen wird rasch klar, dass viele von ihnen bestimmte und nur begrenzt verschiebbare Lebensabschnitte gerne der Familie widmen. Das bedeutet Nutzung der auch von den Gewerkschaften errungenen Karenzzeiten und die Reduzierung der Arbeitszeit, damit die Kinder in die Schule und Kindergarten gebracht und später wieder abgeholt werden können. Frauen wollen für ihre Kinder da sein. Will die Familie dann nicht finanziell ins Schwimmen kommen, wird der volle Verdienst des (meist einkommensstärkeren) Partners gebraucht, der in dieser Zeit vielleicht die Karriereleiter erklimmen kann.

Familienplanung verstellt Blick auf Karriereleiter

Anders bei Frauen: Sie sehen die Karriereleiter oft nur aus der Ferne. Wer nicht gerade vor der Karenz einen höherwertigen Dienstposten hatte, kann kaum an seinen früheren Arbeitsplatz zurückkehren. Denn die massiven Einschränkungen der Arbeitszeit (notwendig durch die Kinderbetreuung) werden im Falle besser qualifizierter Jobs nicht gern gesehen oder sind oft auch gar nicht möglich. Dahinwurschteln mit wenig Einkommen bis hin zu einkommenslosen Jahren ist dann die einzige Möglichkeit. Die Folge: Altersarmut!

Wichtige Verbesserungen wurden in Sachen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau bereits gesetzt: Einkommenstransparenz, Chancen für mehr Frauen in Führungspositionen, jährlicher Bericht zur Einkommensschere und mehr Väter in Karenz. Dennoch gibt es noch viel zu tun.

 

regina.mueller(at)wien.gv.at