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Frauenpower in technischen Berufen

Warum sich Frauen noch immer für schlecht bezahlte, also „typisch weibliche“ Berufe entscheiden, ist sicher nicht so einfach zu beantworten.

Ein Grund dafür ist sicher noch in den Gesellschafts- und Rollenbildern zu finden. Technische Kompetenz wird nicht den "weiblichen" Fähigkeiten zugesprochen, sondern gilt als "typisch männlich". Doch wer weiß schon mit 15 Jahren, welcher Beruf der richtige ist? Beeinflusst durch Freunde, Eltern und Lehrer ist es oft schwierig, die richtige Entscheidung für sich selbst zu treffen.

Frauenkarrieren für FPÖ bloß Genderwahn

Beeinflussung entsteht aber nicht nur durch das nahe Umfeld, sondern auch durch die Gesellschaft und leider auch durch einige Politiker. Ein ehemaliger FPÖ- Mandatar sprach von "Genderwahn", und man möge doch bitte damit aufhören. Das Frauenbild dieser Partei passt eindeutig nicht in unsere Zeit, sondern vielmehr in die Mitte des letzten Jahrhunderts.

Zwingt man Frauen in technische Berufe, so werden sie von der Wirtschaft gerne als nicht vollwertige, billige Arbeitskräfte ausgenutzt. Damit lässt sich bequem Lohndruck auf alle Arbeitskräfte, also auch auf Männer, ausüben. Die Folge: Die Familie hat weniger zum Leben. Tatsächlich wollen Frauen selbst entscheiden, ob sie auch weiterhin Verkäuferinnen, Sekretärinnen und Friseurinnen sein möchten. Dass in diesen Berufen schlechter bezahlt wird, nehmen sie aus subjektiven Gründen hin, ohne in der Partnerschaft materielle Abhängigkeit zu akzeptieren.

Ich bin davon überzeugt, dass alle Väter und Mütter für ihre Töchter nur das Beste wollen. Es ist ihnen wichtig, dass ihre Töchter in Zukunft ein selbstbestimmtes, finanziell unabhängiges Leben führen können. Sozialer Wohlstand bedeutet sozialen Frieden.

Talente entdecken alle Jahre beim Töchtertag

Ein gutes Instrument, mit alteingesessenen Klischees aufzuräumen, ist der Töchtertag. Hier können Mädchen ihren Horizont erweitern, einen Einblick in die berufliche Praxis gewinnen und Berufe entdecken, die für Frauen untypisch sind. Mitunter werden verborgene Talente entdeckt. Die Geschichte des Wiener Töchtertags begann im Jahr 2002. Seit 2007 findet der Wiener Töchtertag als Initiative von Stadträtin Sandra Frauenberger und der Frauenabteilung der Stadt Wien in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Wien und dem Wiener Stadtschulrat statt.

Männer sollen wieder "richtige Männer" sein dürfen

Feministinnen würden ein krankes Menschenbild vertreten, und Männer sollen wieder echte Männer sein, tönt es vom politisch rechten Rand. Was das bedeuten soll, lässt sich erahnen: Hart erkämpfte Frauenrechte sollen zunichtegemacht werden.

Es war ein steiniger Weg für unsere Vorkämpferinnen, die vieles, das für uns heute Allgemeingut ist, erstritten haben. Selbstverständlich ist auch jetzt noch nichts davon. Wir alle müssen dafür arbeiten, dass unsere mühsam erworbene "Gleichberechtigung" nicht beschnitten, sondern ausgebaut wird.

regina.mueller(at)wien.gv.at