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Funktionsbewertungen von Dienstposten

Start in der MA 10, MA 34, MA 40, KH Hietzing

Am 10. November wurde im Rahmen der Dienstrechts- und Besoldungsreform im zuständigen Gemeinderatsausschuss der Auftrag zur IT-gestützten Funktionsbewertung der Dienstposten im Wiener Magistrat beschlossen. In einem mehrstufigen Prozess werden von einem externen Expertenteam bis zum Mai 2015 die Aufgaben- und Verantwortungsbereiche in den Dienststellen analysiert und bewertet, damit in Zukunft Funktionen und Gehaltskurven magistratsweit zueinander in Relation stehen. Begonnen wird die neue Bewertung in der MA 10, der MA 34, der MA 40 und im Krankenhaus Hietzing, bis Mai 2015 soll die Funktionsbewertung im gesamten Magistrat abgeschlossen sein.


Die Personalvertretung ist in den Prozess eingebunden und hat Mitspracherecht bei allen Teilschritten. Wir werden jede Dienststelle rechtzeitig informieren, das PV-Team vor Ort steht allen KollegInnen beratend zur Seite, die in den Prozessablauf mit einbezogen sind. Im zweiten Halbjahr 2015 werden anhand der Analysen die Gehaltskurven errechnet, bis Ende Feber 2016 der budgetäre Rahmen und das Finanzierungsmodell erarbeitet.

In der Folge werden der Gesetzesentwurf ausverhandelt und die neuen Funktionspläne für die Dienststellen erstellt, die ab dem 1. 1. 2017 für neu bei der Gemeinde Wien beginnende MitarbeiterInnen gelten sollen. Der überwiegende Teil der derzeitigen Bediensteten wird vom neuen Dienst- und Besoldungsrecht nicht betroffen sein. Für alle KollegInnen im bisherigen Gehaltssystem wird es ab 2017 jedoch die Möglichkeit zum Umstieg ins neue Gehaltssystem geben. Ob bzw. für wen dies zu empfehlen sein wird, ist heute allerdings noch nicht absehbar.

Lieber umstellen anstatt ausgliedern

Die Reform ist dringend nötig, denn unser aktuelles System ist in mehrfacher Hinsicht überholt. Die Einstiegsgehälter in den öffentlichen Dienst sollen in Zukunft höher sein, die Einkommenskurve über das Erwerbsleben hinweg wird sich hingegen abflachen. Auch die starre Orientierung an der formalen Erstausbildung ist nicht mehr zeitgemäß. Heute dürfen ArbeitnehmerInnen zu Recht erwarten, dass sich die Entlohnung am Aufgabenbereich genauso wie an der übernommenen Verantwortung orientiert. Motivation und Engagement hängt nicht zuletzt davon ab, ob auch die individuelle Leistung und Fortbildung angemessen honoriert wird. Den nachrückenden Generationen wird auch nicht mehr erklärt werden müssen, dass Berufserfahrung nur deshalb nicht belohnt werden kann, weil sie nicht ins „Schema“ passt. Wer aus dem privaten Bereich in den Gemeindedienst wechseln will und qualifiziert ist, soll Vordienstzeiten entsprechend angerechnet bekommen. Nur so wird Durchlässigkeit und Mobilität möglich.


Eines sollten wir auch nicht vergessen: die Stadt Wien hätte es sich leicht machen und etliche Bereiche mit neuen Kollektivverträgen ausgliedern könne, anstatt in einem jahrelangen Prozess das Dienst- und Besoldungsrecht zu reformieren. Uns war und ist aber wichtig, dass ArbeitnehmerInneninteressen und Arbeitsplätze gewahrt bleiben!