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Hurra - endlich wieder Schulbeginn!

Der Schulanfang ist für die gesamte Familie eine aufregende Zeit. In der Regel freuen sich die Kinder sehr auf die Schule, während Eltern meistens davon sprechen, dass jetzt „der Ernst des Lebens beginnt“.

„Lassen Sie die Familie nicht zu einer Außenstelle der Schule werden!“ ©shutterstock

 

Wahrscheinlich spielt bei den Eltern die Erinnerung an die eigene Schulzeit eine Rolle. Allerdings beziehen sich diese Erinnerungen meist auf spätere Schuljahre, als der Leistungsanspruch höher war und auch die eigenen Lernprobleme damit gewachsen waren. Schulanfänger befinden sich hingegen in einer Phase der Neugier. Sie möchten lernen und Wissen erwerben. Sie wollen lesen, schreiben und rechnen können. Und sie gehen mit viel Freude und Engagement an die Sache heran.

Versuchen Sie, Ihre Kinder in diesem Elan zu bestärken und zu unterstützen. Lassen Sie sie ihre eigenen Erfahrungen mit Schule, LehrerInnen, SchulfreundInnen und dem Lernen machen.

Wir wollen gute Noten bekommen

Damit "wir" gute Noten bekommen, müssen "wir" heute lernen, weil "wir" diese Woche Schularbeit haben.

Kommt Ihnen diese Formulierung bekannt vor? Für viele Familien bedeutet Schule eine große Belastung. Oft sitzen Eltern stundenlang mit ihren Kindern bei den Hausübungen, üben Druck auf sich und die Kinder aus, damit diese für Tests und Schularbeiten lernen. Diese Eltern identifizieren sich mit den schulischen Leistungen ihrer Sprösslinge, freuen sich aber nicht über die schulischen Erfolge ihrer Kinder und leiden auch nicht mit ihren Sprösslingen im gegenteiligen Fall, sondern sehen ihren eigenen Einsatz durch die Noten beurteilt.

Freude am Lernen kommt nicht durch Druck

Dabei sollten Sie als Elternteil sich die einfache Frage stellen, wer eigentlich in die Schule geht. Sie oder Ihr Kind? Sie werden sehen, dass es gute und schlechtere Phasen im schulischen Alltag Ihrer Kinder gibt. Dass Ihr Kind Stärken, aber auch einige Schwächen haben wird und haben darf. Und hier reagiert unser Schulsystem damit, dass versucht wird, alle Energie darauf zu verwenden, die Schwächen auszumerzen. Eltern werden oft beauftragt, ihre Kinder anzuhalten, mehr zu lernen, noch länger bei den Übungen zur Schularbeit zu sitzen, obwohl draußen die Sonne scheint und die Freunde am Spielplatz warten.

Lernen mit Spaß vertreibt Schreckgespenst

Genau so verlieren Kinder die ursprüngliche Lust am Lernen, und ihr Widerstand wächst, was den Druck auf Kinder und Eltern erhöht und zu massiven familiären Spannungen führen kann. Stellen Sie sich ein Alternativmodell vor: Sie und die Schule versuchen, die Stärken Ihres Kindes zu entdecken und seine Talente zu fördern. Dabei wäre Ihr Kind motiviert und freudig bei der Sache und würde gerne mehr über die Dinge lernen, die es interessieren.

Die Bereiche, in denen Ihr Kind Schwächen oder einfach nur weniger Interesse hat, können ruhig auch als solche definiert und nur mit dem unbedingt nötigen Aufwand bedacht werden. Versuchen Sie, Ihrem Kind so lange wie möglich den Spaß am Lernen zu erhalten und den allzu häufigen Stress durch die Schule so wenig wie möglich in den Familienalltag hineinzutragen. So können Sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Schule nicht zum Schreckgespenst wird.

 

felix.steiner(at)wien.gv.at