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Hygienezentrum: 24 Stunden im Dienst für Wien

Aufgrund der vielfältigen – und sowohl psychisch als auch physisch äußerst belastenden – Tätigkeiten beantragte der Dienststellenausschuss 128 eine besoldungsrechtliche Besserstellung der KollegInnen.

Besuch der FSG-PersonalvertreterInnen der MA15 im Hygienezentrum der Stadt Wien: (v.l.n.r.) Gerald Maxa, DA-Vorsitzende Mag.a Elisabeth Jarolim, Christine Volny und der Leiter des Hygienezentrums Andreas Flaschner Foto: © Hauptgruppe 1

Rund um die Uhr - 365 Tage im Jahr - sind die KollegInnen im Hygienezentrum für die BürgerInnen dieser Stadt im Einsatz. Sie leisten einen großen Beitrag zur Gesunderhaltung - auch deshalb ist Wien eine der lebenswertesten Städte der Welt. Die Personalvertretung setzt sich für adäquate Bezahlung ein. Die Verhandlungen laufen bereits.

Jobs für starke Nerven und guten Magen

Der Journaldienst der MA 15 ist Koordinationsstelle für gesundheitsbehördliche Einsätze. Dazu gehören sowohl der medizinische Permanenzdienst für dringende Maßnahmen im Bereich der Desinfektion oder Dekontamination als auch die zentrale Totenbeschau.

Die AmtsärztInnen des Bereitschaftsdienstes MA 15 führen als Gesundheitsbehörde auch während der Nacht, an Wochenenden und an Feiertagen Erhebungen und verschiedene Maßnahmen bei Infektionskrankheiten nach dem Epidemiegesetz durch. Sie werden von Behörden zur medizinischen Beurteilung, z. B. von Lärm und sanitärem Übelstand, hinzugezogen. Durch den amtsärztlichen Bereitschaftsdienst werden wichtige medizinische Leistungen erbracht.

Die zentrale Totenbeschau der MA 15 kommt bei einem Todesfall zu jeder Tages- und Nachtzeit in die Wohnung.

Es braucht Erfahrung und Know how

Die Einsatzteams des Hygienezentrums führen Desinfektionen - wie etwa Raumdesinfektionen, Fahrzeugdesinfektionen oder Desinfektionen von Gegenständen - durch. Die Desinfektionsleistungen werden sowohl privat (gegen Bezahlung) als auch auf behördliche Anordnung (z. B. nach dem Epidemie- oder Tierseuchengesetz) vorgenommen. Dazu zählen u. a. Desinfektionen von Containerfahrzeugen, von Triebwägen der ÖBB nach Personen- oder Tierunfällen, von Reit- und Angelutensilien bei Reisen nach Island, Matratzendesinfektionen, Raumdesinfektionen von Betrieben, in speziellen Bereichen (z. B. Tiergarten) und Sicherheitslaboren.

Bei Läusebefall bietet das Team des Hygienezentrums Fachberatung und professionelle Entlausungsbehandlungan. Die Behandlungsdauer beträgt circa 60 Minuten und umfasst Beratung, Haare waschen,auskämmen und trocknen. Die Kosten betragen zwischen 19,90 Euro und 30,20 Euro, abhängig von der Haarlänge.

Nach Auffinden von verwesten Menschen undn ach sanitären Übelständen in Wohnungen müssendie MitarbeiterInnen des Hygienezentrums Körperflüssigkeiten (wie z. B. Blut) beseitigen, Maden und andere Insekten bekämpfen und anschließend eine Desinfektion durchführen.

Zusätzlich stellt das Hygienezentrum Infrastrukturfür Krisen- und Katastrophenfälle. Neben Bereitschaftsräumenfür Einsatzorganisationen und einer Koordinationsstelle mit Callcenter-Funktion stehen auch Kühl- und Lagerkapazitäten zur Verfügung. Ein Notstromaggregat gewährleistet die Stromversorgungdes Hygienezentrums.

Die Stadt kann zu Recht stolz auf die Leistungen der KollegInnen sein. Die Personalvertretung ist es mit Sicherheit.