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Lohnverhandlungen unentbehrlich

Damit wir alljährlich Gehaltserhöhungen lukrieren können, müssen die Gewerkschaften meist sehr zäh mit den ArbeitgeberInnen verhandeln. In diesen Tagen hat younion _ Die Daseinsgewerkschaft ihrerseits die Verhandlungen eingeleitet.

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Die Verhandlung von Verträgen über die Einkommen der ArbeitnehmerInnen gehört zu den ureigensten Aufgaben der Gewerkschaften. Diese Verhandlungslegitimation ist gesetzlich festgeschrieben und beim Sozialministerium registriert. Es genügt also nicht, Menschen um sich zu scharen und auf Grund eigener Machtvollkommenheit die Gründung einer Gewerkschaft auszurufen. Die Kraft des Verhandlungsmandats orientiert sich an der Mitgliederzahl. Deshalb ist es wichtig, Gewerkschaftsmitglied zu sein, geht es doch um das Einkommen jedes Einzelnen. Das Ritual der Verhandlungen Bei den Lohn- und Gehaltsverhandlungen agieren die sieben Fachgewerkschaften in Österreich autark. Die younion _ Die Daseinsgewerkschaft leitet in diesen Tagen die Verhandlungen per Brief an die ArbeitgeberInnen ein. Das ist der erste Teil eines Ablaufs mit definierten Verhandlungsschritten - etwa durch Sondierungssgespräche, bei denen versucht wird, zuerst eine gemeinsame Verhandlungsgrundlage zu finden, Schaffung von Übereinstimmung darüber, wie hoch die Inflationsrate des letzten Jahres (derzeit etwa 0,90 %) ausgefallen ist, oder die Diskussion über die landesweite wirtschaftliche Entwicklung, an der die ArbeitnehmerInnen ja Anteil haben sollen. Dieser Ansatz aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist als Benya-Formel bekannt. Dass das nicht immer glatt läuft, zeigen die Demonstrationen, zu denen de Gewerkschaft in den letzten Jahren mehrmals aufrufen musste. Benya-Formel für Anteil am Wirtschaftswachstum In den Kollektivvertragsverhandlungen sollen sich angestrebte Lohn- bzw. Gehaltserhöhungen an der realen gesamtwirtschaftlichen Arbeitsproduktivität und dem Anstieg der Verbraucherpreise im zurückliegenden Jahr orientieren. Die ArbeitnehmerInnen sollen also Inflationsabgeltung und einen Anteil am Produktionszuwachs erhalten. Damit will man auch weiterhin das Wirtschaftswachstum ankurbeln und somit die Kaufkraft in den einzelnen Haushalten stärken. Auf der anderen Seite profitiert die Wirtschaft durch die Stärkung der Kaufkraft. Der Wirtschaftsbericht 2015 des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zeigt auf, dass entsprechende Lohnabschlüsse positive Auswirkungen auf steigende Beschäftigung haben. Daher ist auch im ÖGB-Grundsatzprogramm 2009 manifestiert: "Regelmäßige KV- bzw. Ist-Lohnerhöhungen sind ein unverzichtbares Instrument, um ein schleichendes Sinken des Lohn- und Einkommensniveaus und damit eine Verschlechterung des Lebensstandards der Beschäftigten zu verhindern." Wir wägen behutsam ab und werden uns daran bestmöglich halten!

Die Benya-Formel für produktivitätsorientierte Lohnpolitik

ÖGB-Grundsatzprogramm aus 2009: www.oegb.at > in der Volltextsuche "Grundsatzprogramm"; beschlossen am 17. ÖGB-Bundeskongress im Juli 2009

Wirtschaftsbericht 2015: bmwfw > Wirtschaftsbericht Österreich 2015 (PDF)