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MA 63 + MA 26: Synergie oder „Zwangsehe“?

Es ist einfacher, einen Elefanten durch ein Nadelöhr zu quetschen als die Gemeinsamkeiten der jetzt zusammengelegten MA 26 (Personenstand) und 63 (Gewerbewesen) zu verstehen. Ach ja, beide firmieren jetzt unter MA 63 – Gewerberecht, Datenschutz und Personenstand.

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MA 63 und MA 26 wurden mit Wirksamkeit vom 1. 2. 2017 zusammengelegt. Die neue Bezeichnung lautet "MA 63 - Gewerberecht, Datenschutz und Personenstand". Trotz der Fusion kann man auch zukünftig z. B. eine Geburt, einen Sterbefall oder eine Gewerbeanmeldung nicht in jeder Teildienststelle (jedem Standesamt) der "MA 63 neu" anmelden.

Standesämter als Wanderpokal

Erschwerend kommt noch dazu, dass "angeordnete" Veränderungen leider nichts Neues für die KollegInnen der Wiener Standesämter sind, die innerhalb von knapp mehr als zwei Jahren bereits den dritten Abteilungsnamen (zuerst MA 35, dann MA 26 und nun MA 63) haben. Und die Romantiker unter uns hätten bei einer "Heirat" gerne einen Antrag zumindest in Form einer vorherigen Information gehabt, damit die Partner einander nicht erst am Hochzeitstag, also durch eine Änderung der Geschäftseinteilung, kennenlernen. Das fühlt sich wie eine Zwangsehe an.

Elefantöse Synergien vor dem Nadelöhr

Durch "Wien neu denken" sollen bestehende Strukturen innerhalb des Magistrats optimiert, Synergien in der Verwaltung genutzt und Ähnliches zusammenHauptgruppe 1 Dienststellen geführt werden. Bei näherer Betrachtung erscheint es sicherlich einfacher, einen "Elefanten durch ein Nadelöhr" zu fädeln als auch nur ansatzweise Synergien zwischen Gewerbewesen und Standesamt zu finden. Die Aufgaben werden dadurch keineswegs weniger, sondern laufend komplexer und umfangreicher.

Die Logik dahinter ist eher weit hergeholt

Ach ja, da war ja die Erkenntnis, dass die beiden fusionierten Abteilungen Register führen. Die MA 63 ist federführend verantwortlich, dass GISA - ein zentrales Gewerbeinformationssystem - österreichweit sehr gut funktioniert. Die Standesämter hingegen arbeiten im ZPR - Zentrales Personenstandsregister -, für welches das Bundesministerium für Inneres verantwortlich ist und das leider bei weitem nicht gut funktioniert.

Wenn daher schon zwei unterschiedliche Register angeblich für Synergie sorgen, dann kann man überall sehr rasch Synergieeffekte vermuten. Außendienste, Computertätigkeit, KundInnenverkehr, etc. wären nach dieser Logik auch bereits Gemeinsamkeiten. Und mit dem Datenschutz der ehemaligen MA 26 hätte alleine schon wegen der notwendigen Datenschutzerklärungen jede Dienststelle im Magistrat verpflichtend zu tun!

Gewerkschaft nicht gegen organisatorische Verbesserungen

Selbstverständlich wird sich der Magistrat so organisieren, wie es die Führungspersonen als notwendig erachten. Und viele organisatorische Maßnahmen sind auch unbedingt notwendig; manche Zusammenlegungen sind mit Sicherheit sinnvoll. Es wird auch Maßnahmen geben, die nicht immer für alle Betroffenen nachvollziehbar sind, aber später gewünschte Effekte erzielen.

Das alles sollten die KollegInnen und die Gewerkschaft/ Personalvertretung nicht erst aus der Änderung der Geschäftseinteilung erfahren müssen.