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Neues Jahr – alte Sorgen?!

Dass es in den Kindergärten ein Personalproblem gibt, ist ja nichts Neues – dass die Dienstgeberin dies auch zugibt, schon. Dabei ist es schon längst an der Zeit, die rosarote Brille abzunehmen.

Mit der ewigen Betrachtung durch rosarote Brillen wurden die Probleme schon viel zu lange verschleppt.

Die Durchhaltefähigkeit der MitarbeiterInnen in den Wiener Kindergärten wird Tag für Tag auf eine harte Probe gestellt. Seit Jahren leisten unsere krisenerprobten KollegInnen ihren Beitrag - seit Jahren stützen sie das System. Aber ohne ausreichendes Personal ist irgendwann alle Energie verbraucht. Und dann?

Trotz der massiven Ausbildungsoffensive der Stadt Wien und des Engagements unserer Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) gibt es zu wenig Personal. Viel zu wenige entscheiden sich für diesen Beruf, noch weniger bleiben in diesem Beruf. Und die KollegInnenschaft vor Ort? Die hält die Stellung. Hält sich an die allerneuesten Leitsätze. Hält immer höhere Anforderungen bei immer enger werdender Entscheidungsfreiheit mit "Ach und Krach" aus. Aber: Wie "hält" die Dienstgeberin die KollegInnen?

Die MA 10 hat MitbewerberInnen

Probleme offen und kritisch anzusprechen, ist in der MA 10-Kultur nicht verankert. Die Konsequenz: Die einen reden und fallen "negativ" auf, die anderen ducken sich weg und hoffen, dass ihr Widerstand unbemerkt bleibt. Wenn die Spannungsfelder aber gar nicht gesehen werden, kann es auch keine Lösungen geben. Wenn nur EIN Weg akzeptiert wird, gibt es keine Alternativen und keine individuellen Ansätze. Doch heute gibt es eine Vielfalt an Trägerorganisationen. War die MA 10 früher "Platzhirsch", hat sie nun durchaus ernst zu nehmende Konkurrenz. Und auch wenn manche "geläutert" zurückkommen wollen steht nicht allen von ihnen die Tür wieder offen.

Ohne KollegInnen kein Kindergarten

Es ist höchste Zeit, endlich Grundsatzfragen zu klären: Wohin will die Dienstgeberin? Und sind die vorhandenen Ressourcen ausreichend, damit die geforderten Aufgaben erfüllt werden können? Denn die Rahmenbedingungen für die KollegInnen sind essentiell. Ein Kindergarten ohne KollegInnen ist nur ein Gebäude. WIR - das Personal - sind das Angebot an Eltern und Kinder! Dieses Angebot gilt es zu fördern und zu schützen. Die Kardinalfragen lauten also: Welchen Weg will die MA 10 gehen, um ausreichend KollegInnen zu ER-halten, und welche Maßnahmen setzt sie, um diese zu BE-halten?

marianne.klepac-baur(at)wien.gv.at

margit.pollak(at)wien.gv.at