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Pädagogische Arbeit im Wandel

Wärterin, Helferin, AssistentIn. Ohne die tatkräftige Unterstützung der AssistentInnen ist pädagogische Arbeit nahezu undenkbar.

Im Vordergrund der Aufgaben heutiger Assistentinnen stand früher die Versorgung der körperlichen Grundbedürfnisse der Kinder ("satt und sauber"). Das änderte sich in den letzten Jahrzehnten ganz wesentlich. Der Wandel der Tätigkeit spiegelt sich auch in den wechselnden Bezeichnungen dieser Berufsgruppe wider: Wärterin - HelferIn - AssistentIn. Schon immer hat diese Berufsgruppe als "guter Geist" die pädagogische Arbeit mit Hausverstand und viel Herz unterstützt. Was sich geändert hat: Heutzutage haben AssistentInnen geradezu "Anwesenheitspflicht" in den Gruppen.

Arbeit heute deutlich aufwändiger

Sind PädagogInnen höherwertiger ausgebildet als früher, aber weniger fähig, Gruppen zu führen? Nein! Aber die Arbeit mit Kindern und Eltern hat sich extrem gewandelt. Offenes Arbeiten, Inklusion, bedürfnisorientiertes Begleiten, ganzjährige Eingewöhnung, Entwicklungsgespräche, Kleingruppenarbeit (bzw. Einzelförderung als Regel, ... ) sind von Einzelpersonen, die für 25 Kinder verantwortlich sind, kaum zu schaffen.

War früher die Helferin zu besonderen Anlässen verstärkt in der Gruppe, benötigen nun PädagogInnen in der alltäglichen Arbeit Unterstützung. Durch ihren wachsenden Aufgabenbereich verschwimmen die Grenzen der Berufsfelder. Heutzutage übernehmen AssistentInnen immer mehr pädagogische Arbeit.

Immer mehr Anforderungen - Stress, Krankheit, Burn-out

Kommt da noch die Flexibilisierung der Hol- und Bringzeiten, der Wegfall der Reinigungswoche sowie die Einhaltung und Dokumentation strenger Hygienerichtlinien hinzu - fertig ist eine hausgemachte Melange, die bei vielen MitarbeiterInnen permanenten Stress auslöst. Das "Schlagobershauberl" dabei: Krankheitswellen, die aber bitte keinen Einfluss auf die Umsetzung pädagogischer Inhalte haben sollen!

Fakt ist: Psychische Erkrankungen nehmen zu. Gerade bei deren Behandlung wird oft aufgezeigt, wie wichtig es ist, auch im Arbeitsumfeld "Verschnaufpausen" zu finden, einen menschlichen Umgang zu erleben, sich nicht als austauschbare Nummer zu fühlen. Menschen sind kein Spielzeug. Bei Kindern und Eltern achten wir darauf - warum nicht beim eigenen Personal?

margit.pollak(at)wien.gv.at

marianne.klepac-baur(at)wien.gv.at