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Recht auf Sicherheit

Ein sicherer Arbeitsplatz war früher wohl das Hauptmotiv, um im öffentlichen Dienst zu arbeiten. Heute verstehen wir darunter etwas völlig anderes: Immer öfter haben wir – warum auch immer – mit aggressiven und gewaltbereiten Personen zu tun.

Recht auf Sicherheit ©shutterstock

Wie hoch das Risiko ist, es dienstlich mit einer potentiell gefährlichen Person zu tun zu haben, hat sich seit der Installierung einer Sicherheitsschleuse beim Verwaltungsgericht Wien gezeigt: Seit September 2014 müssen sich alle gerichtsfremden Personen beim Eingang einer Sicherheitskontrolle - vergleichbar mit jener auf einem Flughafen - unterziehen. Gefährliche Gegenstände werden dem Besitzer bzw. der Besitzerin während seines Aufenthalts im Gericht ab- und in Verwahrung genommen. Im Jahresschnitt wurden seither etwa 1.000 (im Jahr 2017 sogar beinahe 5.000!) Schusswaffen, Messer, Schlagstöcke und Ähnliches ins Verwaltungsgericht mitgebracht!

Waffenbesitz steigt

Natürlich ist nicht jede/r, die/der eine Waffe bei sich trägt, auch tatsächlich gefährlich. Aber es stimmt doch sehr nachdenklich, wie viele Menschen offensichtlich bewaffnet unterwegs sind. Vor allem sind nicht jedoch nur GerichtsmitarbeiterInnen, sondern auch viele andere Bedienstete, die Aufgaben für die Allgemeinheit erledigen, immer öfter nicht nur mit rauen Umgangsformen in Gesprächen, sondern mit physischer Gewalt konfrontiert.

Aggressivität nimmt zu

Regelmäßig hört man von Angriffen auf "Parkraumsheriffs", auch KollegInnen von der Rettung berichten vermehrt von Schwierigkeiten mit aggressiven PatientInnen bzw. deren Angehörigen. Selbst in Gesprächen mit MitarbeiterInnen aus den verschiedensten Dienststellen mit Parteienverkehr erfährt man immer öfter von Drohungen bis hin zum tatsächlichen Einsatz körperlicher Gewalt, wenn die Vorstellungen der KundInnen nicht oder nicht rasch genug erfüllt werden konnten.

Persönliche Sicherheit gewährleisten

Auch wenn wohl nicht jeder Zwischenfall vorhergesehen oder verhindert werden kann - es gibt viele Möglichkeiten, die persönliche Sicherheit der Bediensteten zu erhöhen. Mit Schulungen zu Deeskalation und bewusstem Umgang mit dem Thema "Gefahr" zum Beispiel, mit Selbstverteidigungskursen, aber auch mit baulichen und organisatorischen Maßnahmen oder Alarmierungssystemen. Sie müssen nur auch rasch und zielgerichtet umgesetzt werden. Denn die Arbeit für die Stadt darf nicht zum persönlichen Risiko werden.

maria.rotter(at)vgw.wien.gv.at

 

"Arbeiten in der wachsenden Stadt darf nicht zum persönlichen Risiko werden."