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Rettungsärzte: Gehalt und Chancen schlecht

Berufsstand in Gefahr

Die „Ärzteschwemme“ hielt sich lange in den Köpfen der verantwortlichen EntscheidungsträgerInnen und hat jeden Reformgedanken im Bereich der medizinischen Versorgung erstickt. 2002 wurde das Medizinstudium neu gestaltet und zu einem praxisorientierten Diplomstudium umgebaut. Praxisplätze sind nicht beliebig erweiterbar, daher war es notwendig, die Studienplätze mittels Selektionsprüfungen zu vergeben.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt musste klar sein, dass ab 2008 mit einer deutlichen Reduktion von AbsolventInnen zu rechnen ist. ÄrztInnen müssen die längste und schwierigste Ausbildung im Gesundheitswesen absolvieren. Es erfordert entsprechende Entlohnung und attraktive Arbeitszeitmodelle, um AbsolventInnen im weltweiten Konkurrenzkampf im Land halten zu können.


Ärztlicher Rettungsdienst todgeweiht

Die Wiener Berufsrettung steht doppelt unter dem Druck des Arbeitsmarktes, da die ÄrztInnen der Wiener Berufsrettung traditionell nach dem Schema der TurnusärztInnen des Krankenanstaltenverbundes entlohnt werden. Zusätzlich zu dieser finanziellen Einschränkung hat die neue Führung der Wiener Berufsrettung die organisationsinterne Stellung der NotärztInnen in Bezug auf das Arbeitsumfeld und mögliche Fortbildungsmaßnahmen deutlich beschnitten. Die damit fehlende Attraktivität am Arbeitsmarkt hat in den letzten Jahren zu einem Verlust von über 20 Ärztinnen und Ärzten geführt.

Sollte es nicht gelingen, ein neues, attraktives Arbeitsplatzpaket für ÄrztInnen der Wiener Berufsrettung zu gestalten, ist zu befürchten, dass die Geschichte des ärztlichen Rettungsdienstes in Wien nach 135 Jahren zu Ende gehen wird.

erwin.feichtelbauer(at)wien.gv.at