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Sozialbericht: Ungleichheit nimmt zu

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Die Vermögens- und Unternehmenseinkommen wachsen viel deutlicher als die Arbeitseinkommen. Das ist das zentrale Ergebnis des am 21. Jänner veröffentlichten österreichischen Sozialberichts. Er  zeigt, dass die Ungleichheit zwischen niedrigen und höhreren Einkommen zunimmt. Ursache dafür sei unter anderem der deutliche Anstieg an "atypischen Beschäftigungsverhältnissen, an Teilzeitarbeitsplätzen." Davon seien vor allem Frauen betroffen. 47 aller unselbstständig erwerbstätigen Frauen arbeiteten nur Teilzeit. Das schlage sich natürlich auf das Gehalt nieder. Im Schnitt könne man mit Teilzeitarbeit nicht einmal ein Drittell des Lohnniveaus von Vollzeit erreichen. Nur noch in etwa die Hälfte der ArbeitnehmerInnen (53 Prozent) seien laut Bericht vollzeitbeschäftigt

Die Armuts- und Armutsgefährdung liegt in Östereich unter dem EU-Durchschnitt bei 18,8 Prozent der Bevölkerung, das sind eineinhalb Millionen Menschen. Tatsächlich arm, das bedeutet von "erheblicher materieller Deprivation" betroffen, sind 4,2 Prozent der Bevölkerung (355.000 Personen). Der Bericht zeigt: Armut ist insgesamt seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008 gesunken (die Armutsgefährdung von 15,2 auf 14,4 Prozent, die erhebliche, materielle Deprivation von 5,9 auf 4,2 Prozent).

Für die Gewerkschaft sind Vermögenssteuern unumgänglich. ÖGB Chef Erich Foglar bekräftigt erneut, dass eine Entlastung der ArbeitnehmerInnen längst überfällig wäre: "Alle Statistiken beweisen, dass Arbeit zu hoch besteuert wird. Wir wollen dass die ArbeitnehmerInnen endlich bekommen, was sie sich bereits seit Jahren schwer verdienen. Eine echte Entlastung, die spürbar mehr Geld zum Leben bringt", so Foglar. Eine Steuergutschrift (Negativsteuer) für NiedrigverdienerInnen wäre ebenso notwendig wie vermögensbezogene Steuern. Zudem gehe es bei dem Thema einfach um Fairness und Solidarität in einer Gesellschaft.

Link zum Sozialbericht des Sozialministerium