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Sozialpartnerschaftlicher Dialog

In Wien redet man miteinander. Das soll und wird auch so bleiben! Wien ist anders. Gut so!

Wirtschafts- und Bankenkrise, Arbeitslosigkeit und Zukunftspessimismus - wir leben in Zeiten der Verunsicherung. Umso wichtiger ist es, dass es im Arbeitsleben Stabilität und Verlässlichkeit gibt, vor allem, wenn es ums Geld geht. Wir verhandeln zurzeit die Gehälter der Magistratsbediensteten. Ihr könnt sicher sein: Wir werden auch heuer einen guten Abschluss erzielen.

Was mich so optimistisch macht, ist mein Vertrauen in unseren guten sozialpartnerschaftlichen Dialog. Seit 1961 ist es uns in Wien immer gelungen, ein Plus bei den Lohnabschlüssen der Gemeindebediensteten zu erzielen, während das im Bund ganz und gar nicht der Fall war. Ja, Wien ist anders, auch, wenn es um den Mindestlohn geht.

Mit Handschlagqualität klappt es

Der ÖGB fordert derzeit 1.500 Euro brutto Mindestlohn für Vollzeitarbeit. Der Mindestlohn in der Stadt Wien liegt derzeit bei 1.602 Euro brutto, also weit darüber. Bei uns gibt es keine Kurzarbeit, kein Lohndumping, nichts Prekäres. Und das trotz eines stagnierenden Wirtschaftswachstums. Wir haben mit Sandra Frauenberger eine Personalstadträtin mit Handschlagqualität. Gemeinsam ist uns schon sehr viel gelungen.

Wir haben das Urlaubsrecht verbessert, sodass es bis zu sieben Wochen Urlaub gibt, und das gekoppelt ans Lebensalter! Nur zum Vergleich: Der ÖGB fordert derzeit sechs Wochen Urlaub. Wir haben die Arbeitszeitrichtlinie umgesetzt, damit die Höchstarbeitszeit begrenzt, und wir haben gesetzliche Regelungen für Ruhezeiten geschaffen. Viele Verbesserungen wurden in der Gesundheitsprävention erzielt. Beispielsweise wurde im Sanatorium Hera ein modernes Gesundheits- und Vorsorgezentrum eingerichtet, das neben der Vorsorgeuntersuchung auch Stress- und Burnout- Prävention, Gesundheitspsychologie, Sport- und Ernährungsberatung anbietet.

Besoldungsreform für zeitgemäße Entlohnung

Erreicht wurde auch die Frühkarenz für Väter (Papamonat). Väter können nach der Geburt ihres Kindes bis zu vier Wochen Karenz in Anspruch zu nehmen. Die neue Pensionskasse, in die die Arbeitgeberin miteinbezahlt, gewährleistet über alle Veranlagungsklassen hohe Renditen. Stadträtin Frauenberger hatte den Mut, die von uns schon lange geforderte Besoldungsreform anzugehen. Unser Ziel ist eine zeitgemäße Entlohnung, die sich an den konkreten physischen und psychischen Anforderungen am Arbeitsplatz sowie an der Verantwortung orientiert und nicht ausschließlich an der formalen Bildung. Junge sollen höhere Einstiegsgehälter erhalten, und die Lohnkurve soll flacher verlaufen. Die Gewerkschaft ist dabei auch Garant dafür, dass unsere KollegInnen im "alten Schema" keinen Nachteil erfahren.

Wir haben in den vergangenen sechs Jahren sehr viel erreicht, weil wir uns in Wien immer wieder sozialpartnerschaftlich zusammensetzen, gut miteinander reden und stets abwägen. Das ist eine Qualität, die es kaum anderswo gibt! Und darauf können wir stolz sein. Wien ist anders!  

manfred.obermueller(at)wien.gv.at