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Stark durch Zusammenhalt – stark durch Gesetz

Nicht immer ist man mit allem einverstanden, was so am Arbeitsplatz passiert. Was kann man aber tun? Jammern, raunzen, motschkern … Und sich und die anderen noch weiter demotivieren? Man kann sich auch hinstellen und „Sauerei“ schreien, um damit ein paar schräge Blicke auf sich zu ziehen. Die Wirkung über das persönliche Umfeld hinaus bleibt aber fraglich. Was also tun?

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Seit mehr als einem Jahrhundert organisieren sich Menschen, um gemeinsam ihre Anliegen durchzusetzen. Schon Hans A. Pestalozzi sagte Mitte des letzten Jahrhunderts: "Vereinigung ist das Mittel, alles zu können." Geregelte Arbeitsbedingungen, fixe Arbeitszeiten, Anspruch auf Erholungsphasen und auf eine Entlohnung trotz Krankenstands waren Anfang des 20. Jahrhunderts noch keine Selbstverständlichkeit. Erst durch den mutigen Einsatz einiger und den Zusammenschluss vieler engagierter Männer und Frauen war es möglich, eine "menschlichere Arbeitswelt" für die ArbeitnehmerInnen zu erkämpfen. Jede Zeit hat ihre Themen, ihre eigenen Herausforderungen. Es liegt an uns, für uns selbst aber auch für Nachkommende bereits Erkämpftes zu sichern, aber auch zu erweitern. Errungenschaften sind eben nicht selbstverständlich - und ganz sicher keine Privilegien! Und gerade heute können wir es uns keinesfalls leisten, auf Bestehendem auszuruhen. Denn in letzter Zeit wurde besonders deutlich, wie schnell Gesetze geändert werden können.

Ja, es ist es bequemer, die anderen machen zu lassen -aber wo ist der eigene Beitrag, was ist mit Solidarität und sozialem Gewissen? Gibt es nicht auch eine eigene Verantwortung? Die Zugehörigkeit zur Gewerkschaft bietet die Möglichkeit, Widerstand zu deklarieren, ohne gleich das Wort ergreifen zu müssen oder an "vorderster Front zu kämpfen". Gleichzeitig wird aber auch die Plattform für aktiven Widerstand geboten.

Man kann es sich nicht leisten, EinzelkämpferIn zu sein!

Wir leben in einer sich rasant wandelnden Gesellschaft. Einerseits wird von uns allen mehr verlangt und gleichzeitig treten SelbstdarstellerInnen weniger für die Sache als für sich selbst ein. Gerade jetzt ist der Einsatz FÜR etwas nötig. Dieses "FÜR" macht den Unterschied: FÜR etwas einstehen! Dagegen sein und anderen den schwarzen Peter zuschieben ist leicht - sich für etwas einsetzen, etwas durchsetzen, etwas umsetzen - braucht Stärke. Je mehr Menschen sich engagieren, desto stärker die gesamte Gruppe und desto geschützter die einzelne Person. Frei nach den vier Musketieren: Einer für alle - alle für einen!

Gewerkschaft und Personalvertretung sind wichtige Vertretungsinstrumente mit unterschiedlichen Aufgaben. Sie wirken besonders effektiv, wenn sie Hand in Hand arbeiten - und ergänzen sich wie zwei Seiten einer Medaille.

Was macht eigentlich die Personalvertretung?

Während sich die Gewerkschaft als gesellschaftspolitische Kraft für "große" Themenbereiche - wie z. B. Altersteilzeit - einsetzt, obliegt es der Personalvertretung in den Dienststellen, vor Ort konkrete Regelungen zu kontrollieren und die MitarbeiterInnen persönlich zu vertreten. Im Konfliktfall steht sie auf der Seite der DienstnehmerInnen, vertritt Kraft Gesetz deren Interessen gegenüber der Dienstgeberin. Außerdem laufen in der Personalvertretung alle Informationen über entscheidende Neuerungen oder Änderungen im Dienst-, Besoldungs- oder Pensionsrecht zusammen. Die PersonalvertreterInnen sind bestens informiert und können darum eventuelle negative Auswirkungen für DienstnehmerInnen rasch erkennen, um geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Sie sind für alle KollegInnen da und unterstützen bei Bedarf auch jene, die kein Gewerkschaftsmitglied sind.

Für die KollegInnen im Einsatz

Die Personalvertretung hat die Macht des Gesetzes hinter sich, die Gewerkschaft die gebündelte Macht der Mitglieder. Um das volle Leistungsspektrum anbieten und für die KollegInnen ausschöpfen zu können - von der Kontrollfunktion der Personalvertretung bis zur gestaltenden Kraft und dem Rechtsschutz der Gewerkschaft -, ist ein finanzieller Beitrag notwendig.

Die Personalvertretungsumlage (im Bereich der Hauptgruppe 1 derzeit 0,1 %) ist Teil Ihres Gehaltsabzugs. Der Gewerkschaftsbeitrag mit 1 % wird freiwillig für die Mitgliedschaft entrichtet.

Wählen & mitbestimmen

Personalvertretung und Gewerkschaft ergänzen und bedingen einander. Beide Medaillenseiten fungieren wie unsichtbare Netze, die von vielen schon als selbstverständlich empfunden werden. Wie reißfest, sicher und verlässlich diese sind, hängt von uns allen ab. Indem wir alle unseren Beitrag leisten: indem wir uns engagieren, Mitglied sind, unsere Stimme erheben und diese bei den Personalvertretungs- und Gewerkschaftswahlen Mitte Mai auch abgeben!

marianne.klepac-baur@wien.gv.at

„Sich für etwas einzusetzen, etwas durchzusetzen, etwas umzusetzen – braucht Stärke.“