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Verwaltungsgericht Wien personell am Limit

Bereits bei seiner Einrichtung 2014 war klar: Es gibt zu wenig Personal für alle Aufgaben des VGW. Die extreme Personalnot verschärft sich durch sich selbst immer weiter.

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Eine Zeit lang konnten viele Probleme der viel zu geringen Personalausstattung durch die hohe Motivation und große Leistungsbereitschaft der MitarbeiterInnen noch abgefangen werden. Im Jahr 2017 spitzte sich die Situation aber zu: Die Zahl der neu einlangenden Verfahren stieg dramatisch an, während es gleichzeitig zu nicht unbeträchtlichen Personalausfällen durch Mutterschaft, längere Erkrankungen oder Pensionierungen kam.

Dramatik war vorhersehbar

Dabei hatte die Personalvertretung von Beginn an gewarnt: Die mit Jänner 2014 ausgeweiteten Zuständigkeiten - unter anderem für Entscheidungen über Rechtsmittel von BeamtInnen der Gemeinde Wien in dienst- und besoldungsrechtlichen Angelegenheiten oder für die Prüfung öffentlicher Vergabeverfahren - des neuen Verwaltungsgerichts Wien erfordern auch eine entsprechende Personalausstattung. Denn es war von Anfang an offensichtlich: Viele Verfahren werden nicht rechtzeitig erledigt werden können. Aber alle Warnungen blieben erfolglos.

Mittlerweile sind viele MitarbeiterInnen am VGW am Ende ihrer Kräfte, alle Energien des anfänglichen Pioniergeists restlos aufgezehrt. Die Furcht, unter dem enormen Zeit- und Arbeitsdruck Fehler zu machen, erhöht den Druck noch weiter. Die Angst vor den möglicherweise daraus resultierenden massiven Konsequenzen (solche Fälle gibt es schon) greift immer mehr um sich. Alles zusammen wirkt sich sowohl auf die physische wie psychische Gesundheit der KollegInnen aus, und Krankenstände verschärfen die Personalnot zusätzlich wie in einer unaufhaltsamen Spirale in Richtung Kollaps.

Hilferufe verhallen ungehört

Bei einer Dienststellenversammlung des VGW Ende 2017 wurde auf die prekäre Situation hingewiesen, hat die Personalvertretung rasche Maßnahmen zur Vergrößerung des Personalstands gefordert. Im Tätigkeitsbericht des VGW für das Jahr 2017 wurde die Dramatik aufgezeigt. Aber selbst die Teilnahme beinahe aller "aktiven" MitarbeiterInnen an der Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz sowie am Projekt "Fit2Work" hat noch nichts bewirkt. Alle Hilferufe sind bislang ungehört verhallt.

maria.rotter(at)vgw.wien.gv.at

 

„Die krankheitsbedingten Ausfälle wegen massiver Überlastung werden immer mehr.“