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Weiterbildung zur Radikalisierungsprävention

Radikalisierung ist ein komplexer Prozess, der aus verschiedenen Phasen besteht. Erfolgreiche Präventionsarbeit setzt durch Gespräche mit den Betroffenen früh an. Frühestmögliche Vernetzung aller beteiligten Personen und Organisationen ist unumgänglich.

TrainerInnen der MA 11. Auf dem Foto v.l.n.r: Andreas Walter, Astrid Winkler, Sandra Schmidt, Stefano Falchetto.

Durch die Multiprofessionalität der TrainerInnenteams kann den TeilnehmerInnen Hilfe auf mehreren Ebenen und die Möglichkeit für mehr und bessere Vernetzung angeboten werden. Am 3. April wurde das Fort- und Weiterbildungsprogramm "Radikalisierungsprävention" einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt; es zieht auch international viel Aufmerksamkeit auf sich. Seither folgt ein Seminar auf das andere. Die TeilnehmerInnen sind vorerst allesamt KollegInnen aus den Bereichen der Polizei, der Wiener Schulen und der MAG ELF.

Die Seminare sollen auf alle Bundesländer und auch andere Länder ausgeweitet werden. In Ybbs, Traiskirchen, Eisenstadt und Prag sind bereits Seminare geplant. Wie bei einem Schneeballeffekt sollen die ausgebildeten TrainerInnen in weiterer Folge möglichst viele interessierte KollegInnen ausbilden, die dann wiederum Seminare abhalten werden.

Tendenzen für Radikalisierung

Die Seminare beschäftigen sich mit den Fragen "Was ist Radikalisierung?" "Wie erkenne ich sie?" und "Was kann ich tun?" Der individuelle Prozess einer möglichen Radikalisierung wird erläutert. In Kleingruppenarbeiten werden die verschiedenen Tendenzen zu Radikalisierung (links/rechts/religiös inspiriert, umwelt-/ tierschützend) ausgearbeitet und breit diskutiert. Differenziert wird zwischen Meinung, Aktivismus, Extremismus und Terrorismus.

Karin Broukal (die auch mit dem Wiener Netzwerk für Deradikalisierung und Prävention zusammenarbeitet) hat im Auftrag der MA 11 die SozialpädagogInnen Sandra Schmidt, Astrid Winkler und Andreas Walter sowie die Sozialarbeiter Stefano Falchetto und Stephan Maierhofer zur TrainerInnenausbildung entsandt. Es gibt leider kein Rezept zur "Deradikalisierung", daher ist es das Ziel des Workshops, die TeilnehmerInnen mit möglichst vielen Hintergrundinformationen zu versorgen und sie vor allem für dieses heikle Thema in unserer Gesellschaft zu sensibilisieren.

TrainerInnenteams zur Prävention

Im Februar wurden an der Sicherheitsakademie der Wiener Polizei in Zusammenarbeit mit ExpertInnen des Aufklärungsnetzwerkes der Europäischen Kommission "Radicalisation Awareness Network (RAN)" TrainerInnenteams zur Radikalisierungsprävention ausgebildet. Organisiert wurde diese Ausbildung durch Chefinspektor Mario Krebs, der europaweit mit ExpertInnen im Bereich der Radikalisierungsprävention vernetzt ist.

Das Konzept sieht vor, dass PraktikerInnen aus verschiedenen Bereichen - Polizei, Wiener Stadtschulrat und MA 11 - im Zuge dieser "Train The Trainer"-Ausbildung gemeinsam fortführende Weiterbildungen anbieten können. Das Wissen von zahlreichen ExpertInnen der Radikalisierungsprävention aus ganz Europa wird mit der Erfahrung der PraktikerInnen im eigenen Land verknüpft.