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Zeit für die Besoldungsreform!

Was zählt sind Jobanforderungen

So weit liegen Gewerkschaft und Dienstgeberin ja gar nicht auseinander: Bei der Besoldung muss sich etwas verbessern, ist für beide Seiten klar. Und das innerhalb eines überschaubaren Zeitraums, sagt die Gewerkschaft. Die Dienstgeberin will weiterhin qualitätvolle Leistungen, die Gewerkschaft will die entsprechende Bezahlung. Über viele Details sind wir längst im Gespräch mit der Dienstgeberin.

40 Jahre altes Besoldungssystem reformieren

Es geht tatsächlich um nicht mehr und nicht weniger, als ein gut 40 Jahre altes Besoldungssystem auf einen zeitgemäßen Standard zu heben. Am Schluss sollen alle gewinnen – die MitarbeiterInnen durch die auf den Arbeitsplatz zugeschnittenen Gehälter, die Dienstgeberin, weil sie sich kostspieligen Verwaltungsaufwand für die vielen Zulagen erspart.

Was zählt, sind Jobanforderungen

In Zukunft sollen nicht mehr nur die schulische Ausbildung in ihren unterschiedlichen Ausprägungen – einschließlich der Regeln aus dem „Bologna-Prozess“ – den Einkommensverlauf bestimmen, sondern in erster Linie die den MitarbeiterInnen zugeordneten Funktionen. Dafür werden ins Besoldungssystem neue Kriterien, wie Verantwortung und Belastung, einzuziehen sein. Und es soll die historisch gewachsene große Zahl von Zulagen (mit denen die Leistungen der MitarbeiterInnen möglichst realistisch bezahlt werden sollten) auf ein sinnvolles Maß zurechtgestutzt werden, ohne Einkommensverluste zu riskieren. Einen Probegalopp dafür gibt es bereits in MA 34 und MA 37 (zusammengefasste Technikerzulage statt einiger Nebengebühren).

Im dienststellenübergreifenden Arbeitsausschuss der HG 1 für die MitarbeiterInnen des mittleren Verwaltungsdienstes (B-Bedienstete) wurden die Forderungen zur Berücksichtigung der Fachhochschulausbildung bei der Bezahlung formuliert. Es geht also beispielsweise darum, europaweite Bildungsstandards einschließlich Fachhochschulausbildung im Dienstrecht der Wiener Gemeindebediensteten abzubilden.

Abgehen von Senioritätsprinzip kostet Geld

Mittelfristig wird dem Senioritätsprinzip die letzte Stunde schlagen, wenn es keine pragmatisierten Beamten mehr geben wird. Wenn nicht mehr der Letztbezug für die Pension zählt, lässt sich eine neue Einkommenskurve mit höheren Bezügen beim Einstieg und Verflachung während der Berufslaufbahn entwickeln. Keine Überraschung für die Dienstgeberin sollte es sein, dass sie für geraume Zeit beide Systeme nebeneinander finanzieren muss. Aber das wusste sie ja schon, als sie die Pragmatisierungen stoppte: Zwei Drittel der KollegInnen sind heute Vertragsbedienstete, für ein Drittel hat sie nur die Ausgaben budgetiert und muss sie natürlich jetzt auch auszahlen.

Rettungs-Notruf unüberhörbar

Die Retter von der Wiener Berufsrettung sind der ewigen Versprechungen in puncto eigenes Gehaltsschema müde. Sie sollen keinesfalls warten müssen, bis die mühsamen Verhandlungen zur Besoldungsreform abgeschlossen sind. Hört denn keiner außer uns den Rettungsnotruf?

 

michael.kerschbaumer(at)wien.gv.at