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Wann kann ich als Beamter/Beamtin abschlagsfrei in den Ruhestand treten?

Die Pensionsordnung 1995 sieht dazu vor, dass mit Erreichen des gesetzlichen Pensionsantrittalters (65. Lebensjahr), unabhängig von den ruhegenussfähigen Dienstzeiten keine Altersabschläge mehr verrechnet werden.

Die zweite Möglichkeit, abschlagsfrei in den Ruhestand zu treten, ist ab Erreichen des so genannten Mindestpensionsalters (dazu sind 540 ruhegenussfähige Monate Voraussetzung) gegeben. Ab diesem Zeitpunkt beginnt ein "Bonus-/Malus-System" zu laufen. Mit jedem Monat, den man über das Mindestpensionsalter hinaus im Dienst verbringt, bekommt man einen Bonus von 0,28 %. Damit heben sich die Abschläge vor dem gesetzlichen Pensionsalter (pro Monat 0,28 %) und der Bonus ab dem Mindestpensionsalter zwischen Mindest- und Regelpensionsalter auf, und man kann zu diesem Zeitpunkt abschlagsfrei in den Ruhestand treten.

Sollte man aus gesundheitlichen Gründen aufgrund eines Dienstunfalls in den Ruhestand versetzt werden und eine Geldleistung nach dem Unfallfürsorgegesetz 1967 bekommen fallen die Abschläge ebenfalls weg.

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Kann ich nach einer Entpragmatisierung sofort in Pension gehen?

Dies ist aus gesetzlichen Gründen nicht möglich. Die Gesetzgeberin verlangt beim Ausscheiden aus einem pensionsversicherungsfreien Dienstverhältnis (=Beamtin/Beamter), dass noch mindestens 60 Versicherungsmonate in der Sozialversicherung erworben werden. Das bedeutet, es muss damit ein Wechsel in ein Vertragsdienstverhältnis nach der VBO 1995 erfolgen, um Pensionsanspruch zu erwerben. Die Mitgliedschaft zur KFA bleibt in diesem Fall erhalten.

Die Stadt Wien muss beim Ausscheiden aus dem pragmatischen Dienstverhältnis an die Pensionsversicherung einen Überweisungsbetrag für die erworbenen Zeiten überweisen. Es gehen also keine Zeiten für die Pension verloren.

Ob der Schritt einer Entpragmatisierung sinnvoll ist, kann jede/r Betroffene nur für sich selber entscheiden. Hier muss man gegenüberstellen, unter welchen Bedingungen kann ich als BeamtIn in den Ruhestand gehen bzw. als Vertragsbedienstete(r) in Pension? Nicht vergessen darf man auch auf die jeweiligen Ansprüche im Krankheitsfall. Die derzeit wieder aufgeflammten Diskussionen über eine vorgezogene Erhöhung des Frauenpensionsalters im ASVG sollte man auch in seine Überlegungen miteinbeziehen.

Bei Fragen steht Ihnen die Hauptgruppe 1 gerne zur Verfügung.

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Warum erhalte ich eine Kontoerstgutschrift?

Das "Pensionskonto" steht im ASVG für eine neue Form der Pensionsberechnung. Diese gilt nur für Vertragsbedienstete, die ab dem 1. Jänner 1955 geboren wurden. Alle, die ab 1955 geboren wurden und vor 2005 Versicherungszeiten erworben haben, bekommen seit Anfang Juni 2014 von der Pensionsversicherungsanstalt eine Information zu ihrer Kontoerstgutschrift.

Die Kontoerstgutschrift setzt sich aus allen Versicherungszeiten zusammen, die bis zum 31. Dezember 2013 erworben wurden. Sie bildet sozusagen das "Startkapital" für Ihr Pensionskonto. Diese Zahl auf der ersten Seite des Infobriefes zeigt, wie hoch Ihr Pensionsguthaben derzeit ist.

Diesen Bruttobetrag erhalten Sie monatlich, wenn Sie bis zu Ihrem Pensionsantritt keine weiteren Pensionszeiten mehr erwerben. Sobald weitere Versicherungszeiten dazukommen, erhöht sich auch Ihre Pension. Sollten Sie Ihre Pension vor dem Regelpensionsalter (Frauen derzeit 60, Männer 65) antreten, müssen Sie mit Abschlägen rechnen. Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen in Pension gehen müssen, gelten andere Bestimmungen!

Weitere Informationen unter http://www.neuespensionskonto.at/

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Kann ich einen Eigenbeitrag zur Pensionskasse leisten?

Ja, diese Möglichkeit ist im Vertrag mit der Pensionskasse vorgesehen! Der Eigenbeitrag beträgt 1% der Bemessungsgrundlage bis zur ASVG-Höchstbeitragsgrundlage (Wert 2015: € 4.650,-). Bei einer diesen Wert übersteigenden Summe können 2% des übersteigenden Betrages als Eigenleistung abgeführt werden.

Diese Möglichkeit können alle Bediensteten in Anspruch nehmen. Sofern gewisse Jahrgänge (BeamtInnen, die zwischen 1. 12. 1959 und 31. 12. 1970 geboren sind, männliche Vertragsbedienstete, die zwischen 1.7. 1948 und 30. 6. 1959 geboren sind, und weibliche Vertragsbedienstete, die zwischen 1.7. 1953 und 30.6. 1964 geboren sind) einen Eigenbeitrag (max. 2%) leisten, verdoppelt die Dienstgeberin den 1%igen Teil des Grundbeitrages bzw. wird der Sockelbetra auf derzeit € 37,64 erhöht.

Um einen Eigenbeitrag leisten zu können, muss der Bedienstete eine jederzeit veränderbare Vereinbarung mit der MA 2 abschließen; das Formular ist auf der Intranetseite der MA 2 abrufbar.

Die Pension aus den Eigenbeiträgen ist steuerfrei, weiters wird der Eigenbeitrag mit einer staatlichen Prämie von von 4,25% gefördert (§108a EStG, Stand 2015).

Bei Fragen stehen Ihnen Ihre FSG-PersonalvertreterInnen jederzeit gerne zur Verfügung.  

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Bekommt meine PartnerIn eine Pension?

Diese Frage wird von BeamtInnen in letzter Zeit immer häufiger gestellt. Wenn es um die Absicherung des Partners geht, ist die Frage eindeutig mit Ja zu beantworten. Eine Hinterbliebenversorgung bekommen all diejenigen, die verheiratet oder in einer eingetragenen Partnerschaft lebten. Bei Lebensgemeinschaften gibt es keine Versorgung.

Ist die Ehe im Aktivstand des Beamten geschlossen worden und hat der Beamte am Sterbetag Anspruch auf Ruhegenuss gehabt, gibt es eine Hinterbliebenenversorgung. Ausnahme: wenn der überlebende Ehegatte das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Dies gilt jedoch nicht, wenn - der Beamte an einem Dienstunfall gestorben ist - die Ehe bereits 10 Jahre gedauert hat - aus dieser Ehe ein Kind hervorgegangen ist oder hervorgeht.

Wurde die Ehe jedoch im Ruhestand des Beamten geschlossen, dann muss je nach Altersunterschied die Ehe zwischen mindestens drei und zehn Jahren gedauert haben. Auch hier gibt es wieder Ausnahmen, wie z.B. bei Kindern. Die Höhe der Versorgungsleistung kann zwischen 0 und 60 % des Ruhebezuges des Verstorbenen betragen.

Für Vertragsbedienstete gibt es ähnliche Regelungen, die wir uns ein andermal ansehen.

Aber wenn sie vor der Frage stehen, soll ich noch rasch heiraten? Heiraten sie nur aus Liebe!

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Was bedeutet eine Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension für mein Dienstverhältnis?

Wichtig ist die Unterscheidung, ob die Pension befristet oder unbefristet zugesprochen wurde. Bei einer unbefristeten Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension ist es eindeutig. Hier kann ich mein Dienstverhältnis einvernehmlich auflösen, da mir eine Pension zugesprochen wurde. Dies geschieht unter Wahrung aller Rechte wie z. B. Abfertigung.

Anders sieht es hingegen bei einer befristeten Pension aus. Hier sollte ich mein Dienstverhältnis auf keinen Fall auflösen, da nicht absehbar ist, ob die Pension später unbefristet gewährt wird oder ob sich die Leiden gebessert haben und die Arbeitsfähigkeit wiederhergerstellt werden kann.

Daher stellt man in diesem Fall bei der Dienstgeberin einen Antrag auf Karenzurlaub nach § 34 der VBO auf Dauer der Gewährung der Berufsunfähigkeitspension. Bei einer weiteren Befristung stellt man einen neuerlichen Antrag auf Karenzurlaub. Wird die Pension schließlich unbefristet zugesprochen, kann das Dienstverhältnis unter Wahrung aller Ansprüche zu diesem Zeitpunkt einvernehmlich aufgelöst werden.

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