Themen Förderung Behinderung 

Behindertenvertrauensperson

Zur Unterstützung von behinderten MitarbeiterInnen gibt es gemäß dem Behinderteneinstellungsgesetz bei einer Anzahl von mindestens fünf begünstigten (Behinderung beträgt mindestens 50 %) MitarbeiterInnen eine Behindertenvertrauensperson.

Diese nimmt die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Interessen der begünstigten Behinderten im Einvernehmen mit dem Betriebsrat bzw. der Personalvertretung wahr. Der Betriebsrat bzw. die Personalvertretung steht der Behindertenvertrauensperson bei der Wahrnehmung der besonderen Belange der begünstigten Behinderten bei.

Aufgaben und Möglichkeiten der Behindertenvertrauensperson

Die Behindertenvertrauensperson ist insbesondere dazu berufen, auf die Anwendung und Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen, die für das Arbeitsverhältnis begünstigter Behinderter gelten, zu achten, wahrgenommene Mängel dem Betriebrat bzw. der Personalvertretung und dem/r ArbeitgeberIn mitzuteilen, Vorschläge betreffend Beschäftigung, Aus- und Weiterbildung zu machen, auf die besonderen Bedürfnisse von behinderten ArbeitnehmerInnen hinzuweisen und an den Sitzungen des Betriebsrates bzw. der Personalvertretung mit beratender Stimme teilzunehmen.

Der/die ArbeitgeberIn ist verpflichtet, sich mit der Behindertenvertrauensperson zu beraten und die zu Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlichen Auskünfte zu erteilen.

Vor allem achtet die Behindertenvertrauensperson darauf, dass der/die ArbeitgeberIn Rücksicht auf die Behinderung der ArbeitnehmerInnen nimmt - was, nach eigener Erfahrung oft nicht der Fall ist. 

Jeder Dienstellenausschuss hat eine Behindertenvertrauensperson - und bis zu 2 Stellvertreter. Sobald jemand per Bescheid zum Kreis der begünstigten Behinderten (Grad der Behinderung mind. 50%) zählt, muss er dies nun dem Dienstgeber (Personalstelle) bekanntgeben. Von dort erfährt der/die begünstigte Behinderte, wer die Behindertenvertrauensperson ist. 

Beratungsangebot

  • Unterstützung bei der Integration in die Arbeitswelt:
  • Rehabilitationsmöglichkeiten, Umschulungsmaßnahmen, etc.
  • Steuertipps zur Arbeitnehmerveranlagung:
  • Steuerersparnis wegen außergewöhnlicher Belastungen, ...
  • Hilfestellung in sozialrechtlichen Angelegenheiten:
  • Pflegegeld, Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension, Unfallrente, ...
  • Förderungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung:
  • Rundfunk- Fernseh- und Telefongebührenbefreiung, Arbeitsplatzsicherungsbeihilfe, technische Arbeitsjilfen, Unterstützungsfonds, etc.
  • Vermittlung zu ExpertInnen anderer Einrichtungen:
  • zum Beispiel für Coaching oder Arbeitsassistenz

Konkrete Unterstützung

  • Unterstützung bei Ansuchen um Invaliditätspension (PVA)
  • bei Anträgen auf die Zuerkennung  von Pflegegeld
  • Begleitung zu Untersuchungen beim Bundessozialamt
  • Begleitung und Vertretung beim AMS
  • Vertretung und Unterstützung im Schlichtungsverfahren beim Bundessozialamt Unterstützung und Vertretung des begünstigten Behinderten gegenüber dem Dienstgeber. z.B. im Hinblick auf eine behindertengerechte Arbeitsplatzgestaltung und Prüfung der für den Behinderten möglichen bzw. dem Behinderten zumutbaren Aufgaben

Programm für mehr Teilhabe und Integration

Nach Schätzungen der EU-Kommission sind in Europa rund 10% der Bevölkerung behindert. Dies bedeutet, dass in Österreich rund 800.000 Menschen mit Behinderung leben. Davon sind ca. 60% ohne Beschäftigung, weil sie vielfach aufgrund mangelnder Information der Unternehmen keine Chance auf einen Arbeitsplatz haben. Gleichzeitig treten 97% der Bevölkerung für eine stärkere Integration der Menschen mit Behinderung ein.

Die Integration von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt ist daher für die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten ein großes Anliegen. Die Möglichkeit selbstbestimmt und selbständig den eigenen Lebensunterhalt aufbringen zu können, eröffnet Menschen mit Behinderung die Chance der vollen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Leider ist diese berufliche Entfaltung in der Praxis noch nicht in allen Bereichen möglich.

younion _ Die Daseinsgewerkschaft versucht daher durch Maßnahmen zum Abbau von mentalen Vorurteilen und Barrieren, Förderung beispielhafter Verfahren und Strategien, Optimierung der Hilfs- und Fördermöglichkeiten sowie Stärkung der Zusammenarbeit von allen Beteiligten die Integration von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt zu fördern.

Internetportal Arbeit und Behinderung

Dieses Internetportal, hat der ÖGB auf Initiative der Industriellenvereinigung gemeinsam mit der Arbeiterkammer, dem Arbeitsmarktservice, der Wirtschaftskammer Österreich, der allgemeinen Unfallversicherungsanstalt sowie dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger mit Unterstützung des Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen ins Leben gerufen.

Auf der Homepage werden "Best Practice“-Beispiele der erfolgreichen Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, chronischen oder psychischen Erkrankungen gezeigt, um damit Führungskräften, BetriebsrätInnen, Behindertenvertrauenspersonen und BeraterInnen den Informationszugang zu diesem Thema zu erleichtern.