Maria Rotter, Verwaltungsgericht Wien
Maria Rotter

Maria Rotter, Verwaltungsgericht Wien

Hin und wieder muss man Härte zeigen.

"Die Zahl der Verfahren am Verwaltungsgericht Wien ist im vergangenen Jahr stark gestiegen, um mehr als tausend Fälle. Aber der Personalstand blieb unverändert. Wir sind an den Grenzen der Belastbarkeit angekommen. Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten so viel wie zwei", berichtet Maria Rotter.

Sie ist seit 2002 Personalvertreterin, zuerst beim UVS und jetzt als Richterin am Verwaltungsgericht Wien. Unermüdlich setzt sie sich für bessere Arbeitsbedingungen ein. So wurde beispielsweise auch auf Drängen der Personalvertretung beim Eingang zum Verwaltungsgericht eine Sicherheitsschleuse installiert. Wie notwendig das ist, zeigt sich daran, welche Waffen seither abgenommen worden sind: Messer, Schlagringe und Schusswaffen. "Natürlich haben wir nun bei den Verhandlungen ein besseres Gefühl."

Als Ausgleich zur Arbeit macht Rotter viel Bewegung an der frischen Luft: Wandern, Radfahren, Laufen. "Da bekommt man den Kopf frei!" Was eine gute Personalvertreterin bzw. einen guten Personalvertreter auszeichne, sei das Zuhören-Können, Konsequenz und Ausdauer. Hin und wieder müsse man aber auch Härte zeigen. Wenn sie Zeit findet, dann liest Rotter gerne. Aktuell "Schuld und Sühne" von Dostojewski. Viel Zeit verbringt sie mit ihrer Familie. "Meine Eltern haben mich geprägt und uns Kindern sehr viel Wärme und Liebe gegeben. Sie haben uns den Besuch des Gymnasiums und das Studium ermöglicht. Ich hoffe sehr, dass ich all das Gute an die nächste Generation weitergeben kann!"