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"Beamten-Bashing"

Medien sind Opfer des eigenen Systems

Zeitungen c) NS Newsflash, flickr.com

"Millionen für Beamte!", "Beamte kosten 280 Millionen mehr", "Betonschädel verneigen sich", "Das Dilemma der Beamten" - Meldungen wie diese waren in den vergangenen Monaten häufig in den Medien zu lesen. Medien vermischen bei den Berichten über den öffentlichen Dienst oft Ressentiments mit schlechter Information. Keine Spur von Check-Re-Check-Double-Check - das ist der eigentliche Skandal. Es werden Behauptungen aufgestellt, ohne die Betroffenen zu Wort kommen zu lassen. So wurde beispielsweise die Eigen-PR-Meldung des Wiener ÖVP-Gemeinderates Wolfgang Ulm über eine angebliche Frühpensionierungs-Welle quasi ungeprüft übernommen.

 

Kaum Zeit für fundierte Recherche
Unkenntnis aufgrund von Zeitmangel - Das ist der größte  Feind  im  Blätterwald.  Wer  die  Strukturen in  Medienhäusern  kennt,  den  verwundert  das  auch kaum:  Ausgedünnte  Redaktionen,  Dauer-Praktikanten,  die  nur  mit  dürftiger  sozialer  Absicherung arbeiten - kaum Zeit für fundierte Recherche. Die Journalistinnen und Journalisten sind somit Opfer des eigenen Systems. Anstatt sich zu wehren und sich solidarisch zu zeigen, treiben einige von ihnen den Keil noch weiter zwischen die Bevölkerungsgruppen -  ganz bewusst. Sie verletzen damit ihre Sorgfaltspflicht (siehe Ehrenkodex der österreichischen Presse) und missbrauchen ihre Funktion in der Demokratie.

 

Tipp: Podiumsdiskussion: Qualität unter Druck. Wie verändert die Prekarisierung der Arbeitsbedingungen den Journalismus? am 14. Mai in der Concordia.