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EU-Diskussion um Pensionsalter

Pelzer: Differenziertere Betrachtung wünschenswert

Norbert Pelzer c) HG1

Die EU-Kommission drängt angesichts der immer schwieriger werdenden Finanzierung von Pensionssystemen auf Reformen. EU-Sozialkommissar Laszlo Andor präsentierte am 6. Juli 2010 ein Papier ("Grünbuch"), mit dem eine breit angelegte Debatte über die Zukunft der Pensionen in Europa eingeleitet werden soll. Die Diskussion rund um das Anheben des Pensionsalters ist nun europaweit wieder voll im Gange. Vor einem Monat hatte Italien beschlossen, das Pensionsantrittsalter für Frauen im öffentlichen Dienst von 62 auf 65 Jahre anzuheben. In zahlreichen EU-Ländern liegt die gesetzliche Altersgrenze für die Pension bereits schon lange bei 65 Jahren. In Deutschland wurde eine Erhöhung von 65 auf 67 Jahre beschlossen. In Österreich liegt das gesetzliche Pensionsalter bei 60 Jahren (Frauen) bzw. bei 65 Jahren (Männer).



"Dass man die Pensionssysteme in Europa lediglich durch das Anheben des Pensionsalters in Richtung 70 Jahre retten könne, halte ich für unrealistisch", meint FSG-HG1 Vorsitzender Norbert Pelzer. "Wenn man bedenkt, dass derzeit rund ein Drittel der PensionistInnen in Österreich direkt von der Arbeitslosigkeit in die Pension übergehen, dann würde ein Anheben der Altersgrenze zu noch mehr Arbeitslosen führen."

 

Ziel müsse es sein, im Arbeitsprozess vor allem gesund zu bleiben, so Pelzer weiter. Daher bedürfe es im Rahmen der Diskussionen Überlegungen hinsichtlich unterschiedlicher Berufsgruppen und der Ausgestaltung der täglichen Arbeitszeit im Alter. In zahlreichen Berufen ist mit 70 Jahren eine Arbeitsbelastung von 8 bis 10 Stunden täglich kaum mehr zumutbar.