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Facility-ManagerIn statt "SchuldienerIn"

Über in modernes, vielfältiges Berufsbild

Reinigung, Bild: mooste, flickr.com

Putzen allein genügt längst nicht mehr. Mit den verschiedenen Werkstoffen und den Reinigungs- und Pflegemitteln, die in den Schulen verwendet werden, müssen sich die SchulwartInnen der Stadt Wien in ihrem beruflichen Umfeld genauso gut auskennen wie in Berufsschulen drei Jahre lang ausgebildete Gebäudereiniger. Die dafür wesentlichsten Kenntnisse werden neu eingetretenen KollegInnen durch PraxisanleiterInnen (KollegInnen mit Lehrabschlussprüfung) im Rahmen einer dreiwöchigen Schulung vermittelt. Alle anderen – bereits länger beschäftigten – SchulwartInnen und RaumpflegerInnen werden seit Mai dieses Jahres durch die Dienstgeberin in fachlicher und sicherheitstechnischer Kompetenz sowie in Belangen des Umweltschutzes nachgeschult. Hohe Anforderungen sind auch beim Niveau der Reinigung zu erfüllen.

 

Eigenes Personal als Wissensspeicher
Um die Pflege bei der Unterhalts- und Grundreinigung fachgerecht durchführen zu können, sind Kenntnisse über die dabei benutzte Chemie sowie die Gerätschaften und ihre Anwendung notwendig. Das Geld, das die Stadt Wien in Aus- und Fortbildung investiert, ist gut angelegt, denn SchulwartInnen und RaumpflegerInnen tragen wesentlich zum Werterhalt der Gebäude und ihres Inventars bei. Weil die Schulen durch Stadt-Wien-eigenes Personal gepflegt werden, wächst dessen spezielles Know-how immer mehr – ein Bonus, der bei einer Auslagerung von Tätigkeiten zu ständig wechselndem Fremdpersonal verlorenginge. Die heutigen SchulwartInnen als Facility-ManagerInnen und LeistungsträgerInnen sind die bedarfsorientierteste Lösung für alle Kundenbedürfnisse rund um die Immobilie Schule.

 

Kohle in den Öfen, Tinte in den Fässchen
Neuerdings übernehmen die SchulwartInnen/Facility-ManagerInnen auch administrative Arbeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit stehen, und sehen das als bedeutenden Schritt für die Aufwertung ihrer Arbeit. Sie ersparen sich Bittgänge zu den DirektorInnen, und die sind auch nicht unglücklich darüber, dass sie damit nichts mehr zu tun haben. Allerdings wollen die Facility-ManagerInnen in den Schulen durch die Verschiebung der Gewichtung ihrer Arbeit vom reinen Saubermachen bis hin zu mehr Verwaltungsaufgaben natürlich kein Geld verlieren – ein Anliegen, dessen sich die Gewerkschaft natürlich annimmt.

 

Handwerkliche Anforderungen im Wandel 
Der Wandel der Zeit hat in der Aus-, Fort- und Weiterbildung auch im Bereich der so genannten handwerklichen Berufe und Tätigkeiten über Jahrzehnte hinweg ständig Veränderungen mit sich gebracht. Sie haben den Menschen die Möglichkeit gegeben, eine beruflich qualifizierte Ausbildung zu erlangen und dafür auch den entsprechenden Lohn zu beziehen. Anno 1900 war die Tätigkeit des „Schuldieners“ im handwerklichen Bereich angesiedelt. Einzelöfen wurden befeuert und Heizungsanlagen bedurften einer gewissenhaften Kontrolle. Tonnen von Kohle wurden geschaufelt. Wasserbehälter und Tintenfässer wurden befüllt. Diverse Reparaturarbeiten, wie das Nachleimen von Sesseln und Tischen durchgeführt. Für die Reinigung selbst gab es die „Putzfrau“.

 

walter.krammer(at)wien.gv.at; manfred.paleczek(at)wien.gv.at

(Text aus teamwork, Seite 12)