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Gleich und gleicher

Pelzer: "FH-Bildungsabschlüsse rasch anerkennen"

Norbert Pelzer, Bild: HG1

Der Bachelor-Titel, den die meisten Fachhochschulabgänger heute tragen, findet in der Stadt Wien zur Überraschung aller keinen Niederschlag im Gehalts- bzw. Besoldungssystem. Nicht, weil das Qualifikationsniveau schlechter geworden wäre. Sondern weil es die Dienstgeberin – offensichtlich aus Spargründen – nicht anerkennen will. In Wien entspricht somit ein FH-Abschluss einer B-Verwendung, für die man bisher Matura haben musste. Wer jahrelang Energie, Nerven und Geld – nebenher oder Vollzeit – in eine Weiterqualifizierung investiert hat, schaut am Ende durch die Finger. Aufwertungen sehen anders aus. Während es im Bund zumindest bei Neueintretenden diese Ungleichbehandlung nicht gibt und in den meisten Ländern bereits auf eine funktionsbezogene Besoldung umgestellt wurde, verfolgen nur noch Wien und Kärnten diese Vorgangsweise. Salzburg stellt sein System eben um.

 

Nicht auf gut ausgebildetes Personal verzichten
In der Privatwirtschaft herrscht ein unverändertes G‘riss um die praxiserprobten Leute. Kann aber eine moderne öffentliche Verwaltung auf diese mit aktuellem Wissen ausgestatteten ArbeitnehmerInnen verzichten? Nein!  Vor allem im Bereich der technischen Berufe, die etwa in der MA 19, 21, 28, 29, 35, 36, 37, 46 oder der Stadtbaudirektion gefordert sind, wurde in den letzten Jahren ein breites FH-Angebot etabliert. Hier ist aktuellstes Know-how das Um und Auf, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber auch die Sozialpädagogen und Pflegeberufe sind von der Maßnahme betroffen: Die Bachelor-Abschlüsse der Fachhochschulen, die die Sozialakademien abgelöst haben, bieten keine Chance auf eine höhere Verwendung als "B".

 

Gegen Zwei-Klassen-Gesellschaft
Es droht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Dabei kann es sich keine öffentliche Verwaltung leisten, auf gutes, praxisorientiert ausgebildetes Personal zu verzichten. 

 

(Norbert Pelzer, teamwork 01/2011, S.6-7)

 

Forderungen der HG1