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Kampf dem plötzlichen Herztod

Im Ernstfall sollten alle Erste Hilfe leisten können. Das Wissen und Engagement von ErsthelferInnen kann zwischen Leben und Tod entscheiden.

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Als Puls – lateinisch pulsus, „Stoß“ – bezeichnet man jenen fühl- und messbaren Blutausstoß
des Herzens, der zum Beispiel am Handgelenk (Radialispuls) oder am Hals (Carotispuls) gefühlt
werden kann. Dieser sollte beim Erwachsenen im Ruhezustand ca. 70 Schläge +/– 20 in der Minute
betragen.

Entscheidende Minuten

Neben vielen diagnostischen Aussagen der Pulsqualität und Frequenz ist das Vorhandensein ein eindeutiges
Lebenszeichen, kein fühlbarer Puls ist ein sicheres Indiz für einen Herzstillstand – also Leblosigkeit.
Ab diesem Augenblick tickt die Uhr. Nach drei Minuten ohne Puls beginnt das Gehirn aufgrund des
Sauerstoffmangels irreversible Schäden zu nehmen.

Pro Minute ohne Herzdruckmassage nimmt die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent ab. ErsthelferInnen kommt darum eine besonders wichtige Aufgabe zu, um die Zeit vom E intritt des Herzstillstands bis zum Eintreffen berufener HelferInnen zu überbrücken. Denn ein Rettungsdienst kann in drei Minuten nicht an Ort und Stelle sein.

Schock fürs Herz

Der Verein PULS – Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes – hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Zeitfenster so effektiv wie möglich zu nutzen. Dem Verein ist es zu verdanken, dass in den letzten
Jahren viele hundert Defibrillatoren, kurz „Defis“ genannt, im Stadtgebiet strategisch günstig verteilt installiert wurden. Ein Defi ist ein Gerät, mit dem einem Herz im Zustand des Kammerflimmerns ein Stromimpuls versetzt wird, um wieder einen geordneten Rhythmus zu erlangen. Die Bedienung dieses Geräts ist selbsterklärend, man braucht nur den Sprachanweisungen zu folgen.

Bei Verdacht auf Herzstillstand werden in Wien nun standardmäßig neben Rettung und Notarzt auch
Berufsfeuerwehr und Polizei von der Rettungsleitstelle alarmiert. Zusätzlich ergeht binnen Sekunden
ein Notruf an alle registrierten Helfer von PULS, die sich im Umkreis von 400 Metern um den Notfallort befinden, auf deren Handys mit allen relevanten Daten.

Überlebenschancen erhöhen helfen

Dieses System hat mittlerweile viele Menschenleben gerettet. Vielleicht hat Sie dieser Bericht neugierig
gemacht, Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse wieder aufzufrischen? Nähere Infos finden Sie unter www.puls.at

erwin.feichtelbauer(at)wien.gv.at