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Kritik an Marhold

Gewerkschaft kritisiert Aufnahmestopp für 1.690 Dienstposten

Harreither c) gdg.at

Die Personalvertretung im Wiener Krankenanstaltenverbund ("Hauptgruppe II") übt scharfe Kritik an KAV-Generaldirektor Wilhelm Marhold, der Ende November einen Aufnahmestopp für AbteilungshelferInnen bekannt gegeben hat. "Diese Maßnahme zielt grundsätzlich darauf ab, keine weiteren Neuaufnahmen von Abteilungshelferinnen vorzusehen", so Marhold in einer Mitteilung.



Derzeit umfasst die Berufsgruppe der AbteilungshelferInnen über 1.600 Beschäftigte, die einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung des Pflegepersonals leisten. AbteilungshelferInnen wurden in Wien nach dem Lainzer Skandal 1989 - auf Empfehlung der damals eingesetzten Expertenkommission - eingeführt.  Gerhard Steiner, Vorsitzender des Personalgruppenausschusses Pflege, ist entsetzt über die Entscheidung Marholds. "Damit katapultiert uns das Management zurück in die Zeit vor dem Lainzer Skandal. Die Abschaffung dieser Berufsgruppe gefährdet die Qualität der Patientenbetreuung" so Steiner. Als "frauenfeindlichen Akt" bewertet Christa Hörmann, Bundesfrauenvorsitzende der GdG-KMSfB, den Aufnahmestopp. "Der schleichende Personalabbau trifft - wieder einmal - vor allem Frauen", so Hörmann.



Auch Bernhard Harreither, Vorsitzender der Hauptgruppe II, vermisst ein Personalkonzept: "Solche Maßnahmen können nicht im Alleingang, ohne Absprache und Gegenmaßnahmen gesetzt werden. Das steht im Widerspruch zur Wiener Stadtpolitik. Weniger Personal bei wachsenden Anforderungen, das kann auf Dauer nicht gut gehen - weder für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch für die Patientinnen und Patienten." Aufgrund des Aufnahmestopps für Abteilungshelfer/innen hat die Hauptgruppe II für heute Mittag kurzfristig ein fraktions- und berufsgruppenübergreifendes Treffen anberaumt. "Wir stellen uns auf stürmische Zeiten ein", ließ Harreither kurz vor Sitzungsbeginn verlautbare.

 

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