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Länger leben = länger pflegen

Nach Kindererziehung kommt für Frauen die Altenpflege

 

Altenpflege, Bild: Schockwellenreiter, flickr.com

Die erwiesene Doppelbelastung von Frauen durch Familie und Beruf wird durch die zunehmende Lebenserwartung nicht geringer. Dafür steigt aber die Wahrscheinlichkeit der Pflegebedürftigkeit von Angehörigen, was überwiegend Frauen überlassen wird. Auf Grund der Pensionsreform muss (auch) der überwiegende Teil der Gemeindebediensteten länger arbeiten. In naher Zukunft wird dies bedeuten, dass die Last der Kindererziehung nahtlos durch die Pflege älterer Angehöriger abgelöst wird. Ältere Personen müssen noch ältere Personen pflegen.

 

Pflege kostet Geld und Zeit
Die Pflege von Angehörigen ist mit einem hohen Zeit- und oft auch Kostenaufwand verbunden. Das Pflegegeld kann nur einen Teil der pflegebedingten Kosten abdecken. Unterstützung durch ambulante und teilstationäre Gesundheits- und Sozialdienste ist wohl vorhanden, jedoch übernimmt rund ein Drittel der pflegenden Angehörigen die Pflege allein, häufig deswegen, weil sie sich die Kosten externer Unterstützung nicht leisten können. Zu der psychisch extrem belastenden Situation kommt auch noch die mangelnde Vereinbarkeit von Pflege und Berufstätigkeit. Es ist zu hoffen, dass die Problematik in kürzester Zeit aufgegriffen und einer praktikablen Lösung zugeführt wird.

 

(Regina Müller, Artikel in teamwork, Seite 25)