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Mehr als nur ein Lippenbekenntnis?

Im Regierungsprogramm wurden zentrale Forderungen der younion für Elementarpädagogik aufgegriffen, in den Beirat zur österreichweiten Zusammenarbeit sind die Gewerkschaften nicht eingeladen.

1 Prozent des BIP muss sich auch Österreich für Elementarpädagogik und die Zukunft unserer Kinder leisten können ©shutterstock

Das Bekenntnis der Bundesregierung lässt hoffen: „Bildung ist eine unserer wichtigsten Investitionen in die Zukunft. Sie ermöglicht die Entfaltung der Persönlichkeit und Talente, bewirkt mehr Chancengerechtigkeit, ebnet den Weg zu einer passenden Berufswahl und schafft so das Fundament für ökonomische Unabhängigkeit sowie für ein selbstbestimmtes Leben“, so die einleitenden Worte zum Kapitel Bildung im Regierungsprogramm.

Es freut uns, dass in einem Regierungspapier zum ersten Mal von Bildungseinrichtungen gesprochen wird. Auch die geplante Gründung eines Beirats für Elementarpädagogik ist ein Schritt in die richtige Richtung. In der Auflistung der angedachten Mitglieder – NGOs, ExpertInnen und Länder bzw. Gemeinden – fehlen aber die Gewerkschaften.

Einheitliche Mindeststandards

Es ist schon bemerkenswert, dass man auf uns „vergessen“ hat. Denn Forderungen, die von younion und Personalvertretung schon seit mehr als zehn Jahren erhoben werden, wurden sehr wohl ins Regierungsprogramm übernommen:

  • Einheitliches Bundesrahmengesetz für elementarpädagogische Bildungseinrichtungen und Horte mit „Mindeststandards“
  • Einheitliche Ausbildung und Berufsbezeichnung für das unterstützende Personal
  • Vor- und Nachbearbeitungszeit sowie Reflexionszeiten und ausreichend Zeitressourcen für Leitungspersonal innerhalb der Dienstzeit
  • Ganztägige Öffnungszeiten
  • Erwachsenen-Kind-Schlüssel
  • Reduzierte Kinderanzahl pro geführter Gruppenform
  • Räumliche Erfordernisse (Innen- und Außenbereiche)
  • Ausbau von Kinderbildungseinrichtungen nur mit dem notwendigen Fachpersonal
  • Ausreichendes medizinisches Fachpersonal in heilpädagogischen Gruppen

Eine Ausbildungsoffensive für ElementarpädagogInnen, vor allem in Form berufsbegleitender Kollegs, soll ebenfalls starten. Da kann sich die Bundesregierung an Wien ein Beispiel nehmen, wo bereits seit 2008 auf Erwachsenenausbildung gesetzt wird. Mit einem Bundesrahmengesetz wären verbindliche Qualitätsstandards in der Ausbildung auch österreichweit gewährleistet.

Die younion fordert daher, wie international üblich, endlich 1 Prozent des BIP (Bruttoinlandsprodukt) für die Elementarpädagogik und Horte zu investieren, anstatt nur 0,67 Prozent.

margit.pollak(at)wien.gv.at

judith.hintermeier(at)younion.at