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Nebengebühren trotz Krankheit gezahlt

Sie stehen Ihnen gesetzlich zu!

Manfred Obermüller

Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall zählt zu den sozialpolitisch wichtigsten Fällen der Gehaltsfortzahlung. Diese soll eine ausreichende Versorgung der Bediensteten und ihrer Familien trotz Krankenstands gewährleisten. Gerade bei einem längeren Krankheitsfall hat die Dienstgeberin bei BeamtInnen das Entgelt weiterzubezahlen, bei Vertragsbediensteten übernimmt ab einer bestimmten Zeitdauer die zuständige Krankenkasse das Krankengeld.

 

Es steht Ihnen gesetzlich zu!
Selbstverständlich stehen allen Bediensteten unabhängig davon auch bestimmte Nebengebühren zu. Wer wegen Krankheit oder Unfalls (also nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht) nicht am Arbeitsplatz erscheinen kann, hat ab dem ersten Krankenstandstag für eine gesetzlich geregelte Zeitdauer Anspruch auf Weiterzahlung jener Nebengebühren, die auch auf die Pension bzw. den Ruhestand angerechnet werden (wie z. B. Überstunden, Computerzulage, Leistungszulage ...). Es ist dabei unerheblich, ob diese Nebengebühren pauschal oder einzeln verrechnet werden. Das gilt auch für Kur- und Erholungsaufenthalte sowie Aufenthalte in Heil- und Pflegeanstalten, Rehabilitationszentren und Rekonvaleszentenheimen, die der Erhaltung, Besserung und Wiederherstellung der Dienstfähigkeit dienen.

 

Gleiche Regelung wie in der Privatwirtschaft
Grundlage zur Berechnung und Fortzahlung der Nebengebühren ist grundsätzlich der Vormonat, ausgenommen der Fall, wenn wesentliche Änderungen eintreten bzw. ohne die Dienstverhinderung eingetreten wären. Im Hinblick auf die verschiedenen Diensteinteilungen und Tätigkeiten im Magistrat der Stadt Wien stellt sich dies oftmals als günstigere Variante für die Bediensteten heraus. Wesentlich ist, dass keine finanziellen Benachteiligungen der Bediensteten wegen Krankheit entstehen und eine transparente und nachvollziehbare Vorgangsweise gewählt wird. Es handelt sich um keine Besserstellung für öffentlich Bedienstete – diese Regelungen gelten auch in der Privatwirtschaft.

 

Einige Dienststellen halten sich nicht daran
Leider werden diese Bestimmungen in vielen Dienststellen nicht eingehalten. Als Gewerkschaft und Personalvertretung verweisen wir jedoch ausdrücklich auf den Rechtsanspruch; wir mussten dies in einigen Fällen auch schon rückwirkend einfordern.Sollten Sie sich unsicher sein, dann sprechen Sie mit Ihrem örtlichen FSG-Personalvertreter bzw. Ihrer FSG-Personalvertreterin. Natürlich stehen Ihnen auch die ExpertInnen in der Hauptgruppe 1 zur Verfügung.

 

Manfred Obermüller, manfred.obermüller@wien.gv.at

 

(Text aus teamwork, Seite 11)