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Querraunzer: "Die wahren LeistungsträgerInnen"

Neue Kolumne im teamwork

Querraunzer, Bild: ars comica, Alex Kautz

Leute, eine kurze Frage: Seid ihr LeistungsträgerInnen der Gesellschaft? "Ja, natürlich", werdet ihr jetzt sagen. Na, dann: Herzliche Gratulation! Ihr seid endlich im Mittelpunkt der österreichischen Politik angekommen. Betrachtet man die Presseaussendungen der vergangenen Wochen, dann stellt man fest, dass die ÖVP ausschwärmt, um euch, die LeistungsträgerInnen, zu umschwärmen - wie die Bienen den Honig. "Wir brauchen euch. Wir setzen auf euch. Wir wollen euer Anwalt sein." Mahh, mir wird jetzt ganz wohlig warm in der Magengegend. Ist das schön. Ich bin gewollt! Yppie!


Am 1. Mai hat die ÖVP angekündigt, einen "gläsernen Lohnzettel" einführen zu wollen. Der aktuelle Lohnzettel müsse um jene Abgaben ergänzt werden, die das Unternehmen für den/die ArbeitnehmerIn leistet. Denn auch ich soll nun endlich wissen, was ich jener Firma koste, für die ich täglich arbeiten „darf“.
Die Absicht der ÖVP-Strategen ist offenkundig: Es sei an der Zeit, die wahren LeistungsträgerInnen der Gesellschaft vor den Vorhang zu bitten: die UnternehmerInnen. Was soll das Ganze? Kollektives Erzeugen von Minderwertigkeitsgefühlen bei ArbeitnehmerInnen? Mehr Farbverbrauch für das Ausdrucken von Lohnzetteln? Einüben von Demut nach katholischer Tradition? Oder ist es einfach die Vorbereitung weiterer Steuersenkungen für Firmen? Ich bin nicht sicher.


Mein lieber Michael Spindelegger, der Du auch mein Anwalt sein willst: Ob Du Gemeindebedienstete nun als LeistungsträgerInnen siehst oder nicht, ist mir herzlich wurscht, quasi: blunzn! Eine Anregung hätte ich aber schon, lieber Anwalt: Deine Partei sollte sich in wesentlichen Politikfeldern (Bildung, Gesundheit, Landesverteidigung, Justiz) nicht nur aufs Blockieren beschränken und das leben, was sie von uns allen verlangt: Leistung.

 

Wendelin