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Schönwetter-Helden

Wenn es darum geht, Forderungen durchzusetzen, kann man sicher sein, dass es klüger ist, zum Schmied und nicht zum Schmiedl zu gehen. Auch in der Kindergartenfrage. Anstatt auf falsche Jeanne d'Arcs zu hoffen.

Wenn es darum geht, Forderungen durchzusetzen, kann man sicher sein, dass es klüger ist, zum Schmied und nicht zum Schmiedl zu gehen. Auch in der Kindergartenfrage. Anstatt auf falsche Jeanne d'Arcs zu hoffen.

Was Arbeitskämpfe sind - und wie diese zu führen sind - braucht man unserer Fraktion nicht zu erklären. Dafür sind wir schon zu lange im Geschäft. Doch bei den Protesten der KindergartenpädagogInnen wollen ein paar Schmiedls auf dem Rücken der KollegInnen ihre Polit-Zukunft zimmern und den wirklich Leidtragenden weismachen, dass sich damit allein etwas ändern lässt. Und das noch mitunter aus einer äußerst unsolidarischen Position heraus. Sich frühpensionieren zu lassen und dann die Proteste der Ex-KollegInnen anführen - so verstehen wir unsere Arbeit sicher nicht.
Aber wir kennen die Politstrategen aus der grünen oder manchmal auch aus der blauen Ecke.
Da wird der berechtigte Unmut der PädagogInnen und AssistentInnen über die miserable Arbeitssituation und die mehr als unbefriedigende Entlohnung instrumentalisiert, um sich selbst in Szene zu setzen. Und wenn das Fernsehen weg ist, ist den Jeanne d¥Arcs und Instant-Helden das Arbeitsleid der zuvor Umworbenen ziemlich egal.

So was könnte man auch blinden Aktionismus für den Eigennutz nennen. Sicher ist aber nur eines: Das ist keine ergebnisorientierte Interessenspolitik, so wie wir sie betreiben.

Nachhaltig punkten - nicht Strohfeuer abbrennen

Für unsere KollegInnen in den Kindergärten kommt es nämlich darauf an, zwar rasch, aber nicht mit Schnellschussaktionen und kurzfristigen Trostpflastern zu punkten. Die Forderungen, die wir stellen, verfolgen und umsetzen, sind auf nachhaltige und langfristige Wirksamkeit angelegt.

Dass die Einstiegsgehälter junger Kindergarten-PädagogInnen gehörig angehoben werden müssen, steht außer Frage. Die Gemeinde Wien ist gefordert, diese so schnell wie möglich anzupassen. Ansonsten wird die sehr positive Gratis-Kindergarten-Aktion in ihrer Wirkung konterkariert. Denn was werden die Wienerinnen und Wiener wohl davon halten, wenn sie zwar für den Kindergarten nichts mehr bezahlen müssen, es aber zu wenig  PädagogInnen - und vor allem auch Pädagogen - gibt, weil sich die jungen KollegInnen nach bester Ausbildung viel lieber lukrativeren Berufsfeldern zuwenden? Das Gehaltsniveau Niederösterreichs ist in diesem Zusammenhang ebenfalls zu berücksichtigen!

Und noch etwas: Auch die Arbeitssituationen der bereits länger dienenden PädagogInnen ist unverzüglich zu verbessern! Denn sie haben durch die Abwanderung und die fehlenden JungpädagogInnen jetzt doppelte und dreifache Arbeit zu leisten. Nur durch den vermehrten Einsatz von AssistentInnen im Kinderdienst gelingt es, die enormen Belastungen der PädagogInnen etwas abzufedern. Dies kann und darf aber keine Dauerlösung sein. Dass diese Forderungen gehört und umgesetzt werden - schnell, umfassend und nachhaltig - dafür braucht es aber vor allem nachdrückliche und ausdauernde Verhandlungen, nicht nur Schönwetter-Aktionismus.

Leise, vielleicht zu leise haben wir Modelle berechnet und ‹berzeugungsarbeit geleistet. Während Sie diese Zeilen lesen, wird laufend verhandelt und Ergebnisse können im 1. Quartal 2010 präsentiert werden.

Eines ist mir noch ein großes Bedürfnis: DANKE an alle MitarbeiterInnen der MA 10! Ohne ihren Einsatz und ihr Engagement wäre es in der jetzigen Situation nicht möglich, weiterhin pädagogisch hochwertige Arbeit zu gewährleisten.

Von Norbert Pelzer