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Studie: Überlanges Arbeiten macht krank

Über 7.000 Personen in 100 Produktionsbetrieben wurden zu ihrer Arbeitsbelastungen und Gesundheit befragt.

Lange Arbeit macht krank c) nero, flickr.com

Mehr als 100 Produktionsbetriebe wurden im Auftrag der
Produktionsgewerkschaft PRO-GE österreichweit vom IFES über
Arbeitsbelastungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen befragt.
Dabei wurde festgestellt, dass viele der Beschäftigten hohen
Arbeitsbelastungen bei zunehmendem Zeitdruck ausgesetzt sind. "Die
durchschnittliche Wochenarbeitszeit liegt mit 40 Stunden deutlich
über der vereinbarten Arbeitszeit. Knapp drei Viertel der Befragten
leisten zumindest gelegentlich Samstags- und Sonntagsarbeit",
präsentierte Georg Michenthaler vom Institut für Empirische
Sozialforschung (IFES) die Studienergebnisse.

 

Viele arbeiten trotz Krankheit
Anhand der Ergebnisse wird deutlich, dass vor allem regelmäßige
Nachtarbeit und überlange Arbeitszeiten das Krankheitsrisiko zum Teil
beträchtlich erhöhen können. Am häufigsten treten Beschwerden des
Bewegungs- und Stützapparates auf. Auch psychische Belastungen seien
eine vermehrte Konsequenz von Überlastungen und unregelmäßigen
Arbeitszeiten. Jede/r Dritte hält zudem laut der Befragung die Arbeitspausen
nicht ein. Auch Arbeit trotz Krankheit ist unter den Befragten keine
Seltenheit. An durchschnittlich neun Tagen gingen die Beschäftigten
im letzten Halbjahr 2009 in die Arbeit, obwohl sie sich krank
fühlten.

 

Gesundheitsbewusstsein der Beschäftigten ist gestiegen
"Das Gesundheitsbewusstsein der Beschäftigten ist zwar in den letzten
Jahren gestiegen, doch viele Betriebe kommen ihrer Fürsorgepflicht
gegenüber ihren MitarbeiterInnen nicht ausreichend nach", so Riepl,
der das Verhalten vieler Beschäftigter im zunehmenden Arbeitsdruck
verortet und daher dringend Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in den
Betrieben fordert. Auch neue Arbeitszeitformen seien unter die Lupe
zu nehmen, da ein Großteil der gesundheitlichen Beschwerden auf lange
und unregelmäßige Arbeitszeiten zurückzuführen sei.
Mit der Gesundheitskampagne der PRO-GE "Gesund in die Arbeit - gesund
von der Arbeit", in deren Rahmen auch die IFES-Umfrage durchgeführt
wurde, möchte die Gewerkschaft spezielle Gesundheits- und
Unfallgefahren aufzeigen und gemeinsam mit BetriebsrätInnen Projekte
zur Förderung der Gesundheit in den Betrieben initiieren.

 

Ergebnisse
Die Ergebnisse der IFES-Studie und Informationen zur PRO-GE
Gesundheitskampagne gibt es unter www.proge.at/gesundheit.