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Vertragsbedienstete: Bildungskarenz und -teilzeit

Worauf zu achten ist.

Bildungskarenz


Seit einigen Jahren gibt es in Österreich die Bildungskarenz als freiwillige Möglichkeit, eine Zeit aus dem Betrieb auszusteigen und dabei das Weiterbildungsgeld des AMS zu erhalten. Im Magistrat können Vertragsbedienstete diese Möglichkeit in Anspruch nehmen. Formal muss bei der Dienstgeberin um Karenzurlaub nach § 34 Abs. 1 VBO 1995 angesucht werden. Für BeamtInnen ist Bildungskarenz nicht möglich.


Aus- und Weiterbildungen sind im In- und Ausland möglich. Nicht akzeptiert werden Kurse aus dem Freizeit- und Hobbybereich ohne beruflichen Bezug. Seit 2008 muss der Besuch einer Weiterbildungsmaßnahme im Ausmaß von mindestens 20 Wochenstunden oder einer vergleichbaren zeitlichen Belastung schriftlich nachgewiesen werden. Für Eltern mit Kinderbetreuungspflichten unter sieben Jahren genügt grundsätzlich der Nachweis über 16 Wochenstunden. Außerdem wird man künftig einen Leistungsnachweis vorweisen müssen.
Während der Bildungskarenz bekommen Sie dann „Weiterbildungsgeld“ in Höhe des Arbeitslosengeldes, wenn Sie die für das Arbeitslosengeld erforderlichen Beschäftigungszeiten aufweisen und dem AMS die Bildungskarenzvereinbarung mit dem Arbeitgeber sowie die erforderlichen wöchentlichen Weiterbildungsstunden belegen können. Zuverdienst ist im Ausmaß der geringfügigen Beschäftigung erlaubt (im Jahr 2013 monatlich 386,80 Euro brutto).


Während des Weiterbildungsgeldbezugs sind Sie kranken-, unfall- und pensionsversichert. Es besteht kein gesetzlicher Kündigungsschutz wie bei Elternkarenz. Für die Zeiten der Bildungs-karenz haben Sie auch keinen Anspruch auf Sonderzahlungen. Der Urlaubsanspruch wird anteilig verkürzt.


Der Antrag auf Weiterbildungsgeld ist bei der jeweils zuständigen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice (Wohnbezirk) zu stellen. Das Weiterbildungsgeld kann frühestens ab dem Tag der Antragstellung zuerkannt werden, sofern alle Leistungsvoraussetzungen dafür erfüllt sind.

 

Bildungsteilzeit


In Bildungsteilzeit können Vertragsbedienstete gehen, deren Arbeitsverhältnis zuvor durchgehend mindestens sechs Monate gedauert hat. Sie muss mit dem Arbeitgeber vereinbart werden. Auch die Bildungsteilzeit ist für BeamtInnen nicht möglich. Die Teilnahme an einer Weiterbildung, die zumindest zehn Wochenstunden umfasst, muss nachgewiesen werden. Während der Bildungsteilzeit muss die wöchentliche Arbeitszeit mindestens zehn Stunden betragen. Die wöchentliche Arbeitszeit muss um ein Viertel bis um die Hälfte herabgesetzt werden – mindestens vier Monate, höchstens zwei Jahre lang. Für die Arbeitszeit wird man natürlich weiterhin von der Arbeitgeberin bezahlt; für die reduzierte Zeit bekommt man ein Bildungsteilzeitgeld vom AMS. Für eine Arbeitszeitreduktion von 20 Wochenstunden sind das zum Beispiel 456 Euro im Monat.


Die reduzierte Arbeitszeit muss mit der Arbeitgeberin vereinbart werden. Das Bildungsteilzeitgeld muss – noch vor Beginn der Bildungsteilzeit – beim AMS beantragt werden. Auch hier muss ein Leistungsnachweis erbracht werden.

 

guenter.unger(at)wien.gv.at